Circus Christmas Maximus

Da meine Blogbeiträge mittlerweile von vielen unserer Angehörigen und Selbsthilfegruppenteilnehmer gelesen werden, nehme ich diese Gelegenheit beim Schopf und wünsche all meinen Lesern hier schon mal eine besinnliche, authentische und vor allem mit wenig Leid und Schmerz verbundene Weihnachtszeit.

Viele meiner Erfahrungen, Erzählungen und Erlebnisse rund um diese Zeit habe ich bereits im letzten Jahr unter dem Titel „Stille Zeit in Aufruhr I bis III“ zum Besten gegeben. Bei Interesse lest gerne auch dort mal rein. Ihr seht die einzelnen Titel ganz oben auf dieser Seite, wenn ihr auf Menü klickt.

Was kam an Erkenntnis und neuem Denken diesbezüglich im Jahr 2025 hinzu? Viele neue Erkenntnisse im Bezug auf Familien mit Generationenkonflikten, welche es alle wert sind, dass sie Unterstützung erhalten, damit sie wieder miteinander in den Dialog kommen.

Warum der Titel? Weil ich zu behaupten wage, dass eine Großzahl an familiären Begegnungen während dieser Zeit sehr aufgesetzt sind. Von Jahr zu Jahr, – wenn man man sich diesem Kreis und diesen unauthentischen Gesprächen nicht entziehen oder die Art und Weise sie zu führen, verändern kann  – kann mehr Leid, Schmerz und psychische Belastung entstehen.

Vor ca. 3 Wochen bin ich einer Frau Anfang 70 begegnet. Ich kam beim Leberkäsebrötchen Essen mit ihr ins Gespräch. Was sie mir erzählte berührte mich noch Tage später. Ich bot ihr nach unserer ersten Begegnung an, mich in meinem Büro zu besuchen und dass wir eine sehr schöne Gruppe hätten, welche sich gegenseitig stärkt und unterstützt.

Sie ist eine Angehörige und wünschte sich von mir, dass ich hier ihre Geschichte erzähle, damit so wörtlich von ihr: „andere Menschen nicht die selben Fehler machen würden wie sie, denn durch ihr Jahrzehnte langes hartes Denken und Fühlen ihren Kindern gegenüber haben alle Kinder 2025 den Kontakt zu ihr abgebrochen.“ Ich muss hier nicht erwähnen, dass ich 2026 alles versuchen werde, dass sich eine Möglichkeit ergibt, dass sie mit ihren Kindern in den Dialog gehen kann. Zurück zu ihrer Geschichte.

Sie begann beim Essen, also unserer ersten Begegnung mit den Worten: “ Gute Frau Sie sitzen da so allein, darf ich mich zu Ihnen setzen und Ihnen Gesellschaft leisten?“ Ich musste nicht lange überlegen um zu nicken, da sie auf mich einen sehr liebevollen und höflichen Eindruck machte. Kaum Platz genommen fragte sie mich, ob ich Kinder hätte und als ich nickte schob sie die Frage hinterher ob meine Kinder noch zuhause oder schon in eigenen Wohnungen leben würden. Da hatte sie mich. Ich sah kurz auf die Uhr, machte mir selbst klar, dass ich erst den nächstmöglichen Bus zur Klinik in einer Stunde nehmen würde und drehte mich zu ihr um zu fragen, ob sie auch Lust auf Leberkäse und Cappuccino hätte. Ich weiß nicht, was es manchmal ist, aber es ist diese Gefühl, dass du gerade jetzt einem Menschen begegnest, welchen du nicht zum letzten Mal treffen wirst.

Elisabeth begann ihre Geschichte……………….

Es würde ihnen an nichts fehlen. Sie hätten Immobilien, genügend Geld auf dem Konto und eine gute Rente. Sie hätte ihr Leben lang gearbeitet, ihre beiden Eltern und ihre Schwiegereltern bis in den Tod gepflegt, ihr Mann lebe in seiner ganz eigenen Welt. Sie möchte sich aber nicht beschweren, denn er wäre ein guter Mann, aber eben weit weg in einer anderen Welt. Sie wäre spät Mutter geworden. Das erste mit 35, dann mit 38 und dann mit 42 das dritte Kind. Alles lief wie es halt so laufen sollte. Die Kinder gingen in die Schule, 2 machten Abitur und 1 ging direkt nach der Schule in die Lehre. So weit so gut. Irgendwann stellte sie fest, dass ihr Mann ziemlich viel trank und dies immer noch tut. Es wäre ihr nie aufgefallen, denn es ist ja normal. Sie kommen vom Land und da feiert man halt viel und oft.

2 ihrer Kinder versuchten sie darauf aufmerksam zu machen, dass das mit Papa nicht so ganz so gut wäre und man da mal sprechen müsste. Sie wurde laut und wütend. Sie sollen sich da mal nicht einmischen und auf ihr eigenes Leben schauen. Sie würde doch alles menschenmögliche tun, damit die Familie funktioniert. Wann immer Elisabeth in den letzten 37 Jahren sich mit Bekannten oder Freundinnen traf, sich mit Nachbarn oder Kollegen unterhielt, erzählte sie die Geschichte der perfekten Familie. Ihre 3 Kinder wären wohlgeraten, ihr und ihrem Mann ginge es sehr gut. Sie hätten alles und daher keinen Grund sich zu beschweren. Elisabeth fragte mich mitten in ihrer Erzählung, ob ich schon mal von Putzwahn und dem Zwang ständig und stets alles sauber und in Ordnung zu halten, gehört hatte.

Das war der Zeitpunkt, als ich ihr erwiderte, was ich von Beruf bin. Da sagte sie nur ganz knapp, dann wüsste ich ja von was sie sprechen würde. Sie fuhr fort. Sie erzählte mir aus dem Leben einer Frau, welche keines ihrer 71 Jahre jemals bewusst und achtsam gelebt und wahrgenommen hatte. Dann sprang sie in die Gegenwart guckte mir dabei ganz tief in die Augen und sagte:“ Meine Kinder mussten den Kontakt zu mir abbrechen, damit ich aufwachen konnte. Das tut aber so unfassbar weh, dass ich nicht weiß, wie ich weiterleben kann. Hier jetzt zu sitzen und mit Ihnen einen Kaffee zu trinken, ist für mich bis vor kurzem schier unmöglich gewesen. Ich glaube es gibt keine Zufälle. Was sagten Sie nochmal was sie von Beruf sind?“

Nein es gibt keine Zufälle. Wir haben uns seit unserer ersten Begegnung noch weitere 3x getroffen, denn gerade jetzt vor den Feiertagen geht es ihr besonders schlecht. Ihr Mann würde sich tagtäglich mit Promille vollpumpen, damit er die Realität nicht mehr wahrnimmt. Ihr wurde auch an der Suchterkrankung ihres Mannes die Schuld gegeben. Einer der 3 Kinder hat eine mittelschwere Depression, das Jüngste der 3 leidet seit vielen Jahren an einer Essstörung und das mittlere hätte so einen enormen Erfolgsdruck, dass auch es eine Störung entwickelt hätte.

Sie wüsste aber nicht genau welche. Hatte sie sich doch bis vor ein paar Monaten noch nie in ihrem Leben mit der Psyche des Menschen befasst. Sie hat halt einfach funktioniert. Ihr Mann würde sie tagtäglich damit drangsalieren, wie das alles weitergehen solle, denn er würde ja nicht mehr ewig leben und was solle denn mit den Häusern und den Wohnungen, sowie ihrem Geld passieren. Elisabeth würde Stand jetzt am liebsten alles sofort und mit der Minute an die Kinder weitergeben, denn sie fühle sich weder in dem Haus noch wohl, noch würde sie all das ganze Geld brauchen. Für was denn auch, denn ohne den Kontakt zu ihren Kindern, hätte sie eh kein Leben mehr.

Und jetzt steht Weihnachten vor der Türe. All die vielen Jahre fand sie das Fest immer sehr schrecklich, aber sie ließ sich nie etwas anmerken, da man das ja erwartete, dass sie am Heilig Abend die Kinder zu sich einlud und bekochte und bewirtete. Es gab nie ein Jahr, in dem man sie fragte, ob man mal was anders machen könnte, oder ihr helfen. Bei den letzten 3 Worten guckte sie mich beschämt an und sprach: „Ich hätte es ja eh nicht zugelassen, wollte ich doch immer alles selber machen, weil ich dachte, die können das eh nicht so gut wie ich.“ Sie starrte ins Leere und Tränen liefen über ihre Wangen.

Sie würde alles dafür geben, die Zeit zurückdrehen zu können. Es tut ihr alles so leid. Aber sie konnte einfach nicht mehr. Sie glaubt fest daran, dass die Kinder nur den Kontakt abgebrochen haben, weil sie nur noch geweint, geschrien und gejammert hatte. Sie reagierte sehr aggressiv auf die von den Kindern oft in den Raum geworfene Bitte: “ Mama bitte kümmere dich endlich mal um dich, tue etwas was dir gut tut…….“ Aber es würde ihr doch guttun für die Kinder zu kochen, zu putzen, zu waschen und da zu sein, wenn sie ein Problem hätten.

Bei unserem letzten Gespräch unterhielten wir uns sehr intensiv über all die Angebote von Einrichtungen und Instiutionen, die allgegenwärtigen „Aufforderungen“ in der Presse und den sozialen Medien, dass man an Heilig Abend nicht allein sein müsste. Es würde Plätze, Veranstaltungen usw. geben, welche Menschen vor Einsamkeit an Heilig Abend bewahren. Sie machte mir sehr deutlich klar, dass sie auch wenn es noch so schmerzt sie niemals an Heilig Abend woanders sein möchte als zuhause. Dann eben ganz allein. Sie würde sich schon beschäftigen. Und so ein Abend geht ja auch irgendwann vorbei.

Diese Bemerkung blieb mir im Gedächtnis und heute bei unserem Christmas Brunch mit 4 sehr lieben Herzensmenschen, bekam ich eine ähnliche Antwort, als ich bemerkte, dass man ja nicht allein sein müsste, denn wenn man weiß eine andere Person, die man kennt ist auch alleine, dann könnte man sich ja an Heilig Abend treffen. Auch da bekam ich klar vermittelt, dass man das nicht möchte.

Es ist also durchaus nicht einfach Menschen, welche in dieser Zeit ohne Familie sind miteinander zu vernetzen, denn viele Menschen wählen bewusst das Alleinsein, wenn sie diesen Abend nicht mit den Menschen verbringen können, welche ihnen besonders viel bedeuten.

Ich habe in 2025 gelernt, dass es wichtig ist Hilflosigkeit aushalten zu können, denn oft sind wir privat wie auch beruflich in Situationen,

wo wir da sind,

zuhören,

einen positiven Impuls geben und

das Gefühl, dass sie sich immer an uns wenden können, wenn es brennt,

aber wir können die Situation, welche sie gerade durchleben, nur ein bisschen erträglicher machen. Sie bewältigen und sich daraus befreien, das kann dann aber nur von den Betroffenen aus geschehen.

Liebe Mamas und Papas meiner Generation, ich habe eine kleine Weihnachtsbitte an euch:

Passt gut auf euch auf.

Wir lesen uns im neuen Jahr.

Liebe Grüße an all meine Leser von Elisabeth, einer Frau deren Lebensweg JETZT neu beginnt, mit gut 71 Jahren.

Eure

Sue Freund

Es menschelt sehr

Manche Monate sind so randvoll gefüllt mit Fortbildungen, Netzwerktreffen, Tagungen, Jubiläen und Informationsveranstaltungen, dass man eigentlich am liebsten ALLE absagen würde, die Decke über den Kopf ziehen und sich mal für ne kurze Weile ausklinken möchte. Genau zu diesem Zeitpunkt geige ich meinem inneren Schweinehund mal so richtig gehörig die Meinung, denn es war bisher immer so, dass sich gerade diese Veranstaltungsdichte als besonders effizient herausstellte. Gewinnbringend für meine Arbeit, welche aus vielen dieser Vorträge Energie und neue Impulse zieht.

In den letzten Monaten habe ich sehr viele Gespräche geführt und es kam immer das Thema fehlende Empathie und nicht mehr vorhandene Menschlichkeit zur Sprache.

Ärzte wären nicht mehr in der Lage sich Zeit zu nehmen, Therapeuten würden nicht verstehen, dass die Angehörigengespräche wichtig wären. Das Pflegepersonal in den Kliniken wirkt nur noch müde und abgespannt. Und während man diese Thematik korrespondiert, hebt sich der Zeigefinger zum mahnenden Ausdruck, dass die da oben doch nun endlich mal handeln müssten, bevor das Ganze noch gegen die Wand fährt und man überhaupt gar kein Gesundheitssystem mehr hätte.

Tief verstrickt in Konditionierungen, Symbiosen, Symptome und dysfunktionale Systeme, ruft die kleine Stimme nach Gehör und der Betroffene /Angehörige möchte sichtbar sein. Möchte, dass man versteht wie sich die geläuterte Seele fühlt.

Auch wenn ich dieses Wort nicht gerne nutze. In diesem speziellen Fall passt es dennoch so gut. ABER!!!

Aber es gibt sie, die Menschen, welche etwas bewegen, welche Räume schaffen für die Betroffenen und die Angehörigen, damit all die Fachkräfte spüren dürfen, dass es da Entlastung geben kann, dass sie nicht allein sind, dass man sie unterstützt, wenn sie es denn benötigen und/oder möchten.

Am 10./11. Oktober durfte ich und meine Stellvertreterin unseres Angehörigentreffs zu Gast sein in München bei der Landestagung des ApK Bayern e.V.

Wir durften den Worten von Prof. Dr. med. Josef Bäuml (ehemaliger leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München) lauschen.

Er machte in seiner sehr ergreifenden Rede am 10. Oktober anlässlich des Jubiläums (35 Jahre ApK Bayern e.V.) und in seinem Vortrag am 11. Oktober anlässlich der Landestagung des ApK sehr klar, wie wichtig es ist die Angehörigen psychisch Erkrankter in die Behandlung mit einzubeziehen. Er nannte sich selbst einen Angehörigenfan, und er würde zu gerne diesen Status noch vertiefen und zum Angehörigenultra werden, da er es als immer existenzieller sieht, dass die Familie/Partner Teil der Therapie werden.

Ein paar kurze Ausschnitte aus den Vorträgen vom 10./11. Oktober mit Stimmen aus dem Publikum:

„Angehörige täuschen sich kaum, unerfahrene oder ermüdete Profis hingegen immer öfter.“

„Wenn Angehörige sagen, es ist noch nicht soweit, dann ist es noch nicht soweit, denn die Angehörigen sind es, die die Erkrankten zuhause auffangen müssen. Angehörige sind die größte Rehaeinrichtung.“

„Wenn man Angehörige mit einbezieht und wertschätzt, kann aus Beschimpfung und Wut des Betroffenen, sehr schnell Entlastung und Verständnis für die Behandlung werden.“

„Wir können Schwerkranken nur helfen, wenn wir es schaffen die Angehörigen mit einzubeziehen.“

„In skandinavischen Ländern sind die Angehörigen per Gesetz ein fester Bestandteil der Therapie.“

„Was man nicht kennt, kann man auch nicht gut beurteilen. Screen Shot eines Augenblicks lässt oft falsche Schlüsse auf die Eltern/Partner etc. zu.“

„Angehörige müssen herzlich Willkommen sein und sollten niemals abgelehnt oder weggeschickt werden. Auch wenn sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt auftauchen (Therapiesitzung oder Visite).“

„Es ist aber auch sehr wichtig den Ärzten und Therapeuten Empathie und Verständnis entgegenzubringen, denn auch sie befinden sich in einer Sandwich Situation.“

Ralf Bohnert vom Krisendienst Mittelfranken hielt neben des aufklärenden Beitrags von Anna Margin über Grenzen der familiären Hilfen und der Bedeutung professioneller Hilfen, sowie einer Podiumsdiskussion mit betroffenen Angehörigen über ihre Erfahrungen im Kliniksetting, einen sehr interaktiven Vortrag zu der Thematik, was tun wenn die Situation brenzlig wird? Wie kann ich zuhause deeskalieren, wenn der/die Betroffene in eine akute Krise schlittert.

Ihm war es sehr wichtig dem Publikum zu vermitteln, dass es auch oft hilft die eigene Sichtweise auf die Person, welche betroffen ist, zu verändern.

„Patienten sind oft in ihrem Bauplan der Seele empfindlich und verletzlich und dennoch sind es genau sie, welche so viel Talent und Kreativität in sich tragen.“

„Mit dem Gefühl etwas Besonderes zu sein, kann man besser durchhalten, als mit dem Gefühl abgeschoben zu werden.“

Es ist durchaus möglich, dass Angehörige trainieren können die betroffene Person aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, durch die Krankheit hindurch den Menschen dahinter wieder zu entdecken. Ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass die akute Phase auch wieder vorbei gehen wird.

Austausch über praktikable Anwendungstechniken, ein gegenseitiges Verständnis und viel Empathie für den jeweils Anderen erfährst du in den vielen Angehörigenselbsthilfegruppen bayernweit. Auch bei uns in Bayreuth. Nähere Infos dazu bei uns auf der Homepage.

http://www.gebo-med.de/unternehmen/kooperationen

Danke an all die wunderbaren Mitarbeiter des ApK Bayern e.V. An Charlie für seinen unermüdlichen Einsatz im Vorstand ebenso wie an Kaveh, Alexandra, Cordula und Sabrina für ihre hervorragende Organisation und Arbeit mit und für alle Angehörigen in Bayern.

Ein paar Tage später waren wir wieder unterwegs zum bayernweiten Austauschtreffen für ausgezeichnete Kliniken und solche die es werden möchten. Hier trafen Vertreter aus den Selbsthilfegruppen, Mitarbeiter der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfebeauftragte der Gesundheitseinrichtungen zu einem sehr gut organisiertem Austauschtreffen aufeinander.

In kurzen Impulsvorträgen erklärte Ines Krahn vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen und Prof. Dr. Dominikus Bönsch, ärztlicher Direktor vom Bezirksklinikum Lohr am Main, warum es sich auf jeden Fall lohnt selbsthilfefreundlich zu werden, zu sein und zu bleiben.

Die Versorgung in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe wird sichtbar menschlicher, wirksamer und verständlicher. Patienten wie Angehörige profitieren von mehr Transparenz, mehr Möglichkeiten einen Ansprechpartner für ihre Belange und somit eine zügigere Klärung für ihre Themen zu erhalten.

Anfragen verlaufen seltener ins Leere. Die Gesundheitseinrichtung ist in der Lage mehr Alternativen zu bieten und somit eine engmaschige Versorgung neben der professionellen Behandlung zunehmend mehr zu gewährleisten.

Nicht ohne Stolz können wir bei solchen Austauschtreffen feststellen, dass wir als Gesundheitseinrichtung in Bayreuth unsere Auszeichnung mit sehr viel wertvollen Inhalt füllen und dies auch oft als gut funktionierendes Beispiel lobend erwähnt wird. Wir bieten Informationsstunden auf den Stationen an, wir beherbergen allein in unserer Klinik fast 20 Selbsthilfegruppen. Wir kooperieren freundschaftlich und partnerschaftlich mit unserer Selbsthilfekontaktstelle, walken & talken einmal im Monat mit Patienten, SHGs Teilnehmern und allen Interessierten und wir bieten von dienstags bis freitags für unsere Angehörigen eine Ansprechmöglichkeit.

Danke liebe SEKO Bayern (Irena, Maria, Barbara, Stefanie u.v.m. ) liebe Ines Krahn vom Netzwerk und liebe Alex von der Selbsthilfekontaktstelle Bayreuth für euer unermüdliches Engagement, für eure unverzichtbare Arbeit und eure empathische Zusammenarbeit mit uns als Gesundheitseinrichtung.

Last but not least stand am Samstag dann unsere hauseigene Veranstaltung als Abschlussevent des vollgepackten Oktobers an. Unser Austausch- und Informationsnachmittag für Betroffene und Angehörige fand dieses Mal im Rahmen der Wochen für seelische Gesundheit statt und war ein rundum gelungener Nachmittag.

Wir durften 3 sehr tiefgehenden Impulsvorträgen unser Gehör und unsere Aufmerksamkeit schenken.

Bereits beim Austausch gegen Ende der Veranstaltung bekamen Referenten sowie wir als Veranstalter sehr emotionale Komplimente.

Nach Rücksprache darf ich ein paar Kommentare, welche mich bereits kurz nach Veranstaltungsende erreichten, hier teilen.

U.H. „Vielen Dank, dass du diese tolle Veranstaltung organisiert hast. Mein Kommen hat sich echt gelohnt! Der Vortrag über Diversität hätte viel mehr Zeit haben können. Da bräuchte es mal einen ganzen Tag. Umso eindrücklicher waren die beiden anderen Impulsvorträge. Und auch dein Thema der Symbolträger fand ich faszinierend. Da hat man ein „verhaltensauffälliges“ Kind und erkennt, was wirklich dahinter steckt. Danke nochmal!“

W.S. „Vielen Dank für diese wirklich gelungene Veranstaltung. Alle 3 Vorträge und dein kurzer mit dem Symptomträgern der Familie hat mich sehr beeindruckt. Ich habe noch lange darüber nachgedacht, als ich Zuhause war und mich ein bisschen selbst reflektiert. Jetzt geht es mir bedeutend besser.“

C.A. „Sehr beeindruckend fand ich den Vortrag über Essstörungen und Diversität. Berührt hat mich die Geschichte des empathischen Mannes über seine Sucht. Und danke dir für den Impuls über Symptomträger im Familiensystem. Eine wirklich sehr gelungene Veranstaltung.“

Auch unsere 3 Referenten ließen ein paar lobende Worte da:

Christian: „Euch allen vielen Dank für den wunderbaren Nachmittag. Es war super spannend euch zuzuhören und wir hatten einen so tollen Austausch. Ich fand die Veranstaltung sehr gelungen und total bereichernd.“

Bulli: „Vielen Dank, dass ich ein Teil von diesem Nachmittag ein durfte… auch vielen Dank an meine Mitredner….. tolle Menschen, die mir mit ihrer Authentizität gezeigt haben, dass ich auch Defizite habe, an denen ich arbeiten kann… und vielen Dank liebe Susi an dich… dass ich meine Batterien und meinen Akku bei euch und mit euch aufladen konnte.“

Sabrina: „Ich fand den ganzen Nachmittag wirklich sehr schön. Die Orga von dir Susanne war klasse, die Zuschauer waren so interessiert, so freundlich und die ganze Zeit voll dabei. Mit Christian und Bulli habt ihr so tolle Referenten eingeholt. Ich hätte beiden ewig zuhören können und es hat nicht nur meinen persönlichen Horizont erweitert, sondern auch meine Seele erfüllt. Danke hierfür.“

Sabrina Scharf Ausschnitt aus ihrem Impulsvortrag Essstörungen
Christian Brodmerkel Ausschnitt aus seinem Impulsvortrag Diversität Sensibilisierung
Charalambos Thomaidis (Bulli) Ausschnitt aus seinem Impulsvortrag Sucht

Vielen lieben Dank allen 3 Referenten für ihre Impulsvorträge, welche es geschafft haben die Aufmerksamkeit des Publikums zu keiner Sekunde zu verlieren.

Ich möchte ebenfalls abschließend zu diesem Beitrag allen Ehrenamtlichen, Kollegen, Patienten, Angehörigen, Betroffenen und all den wunderbaren Menschen, welche Interesse daran zeigen für andere da zu sein, ein offenes Ohr zu schenken oder andere Menschen in schweren Lebenskrisen nicht allein zu lassen einfach nur ein dickes DANKE sagen.

Wir lesen uns bald wieder.

Eure Sue Freund

Generationenkonflikt – die Lunte brennt – können wir Verbindung schaffen, bevor die Bombe zündet?

Wir dürfen gerne ehrlich zu uns selbst sein, wenn wir gerade beginnen diesen Beitrag zu lesen. Es sieht uns ja keiner dabei zu. Verschieben wir nicht gerade alle gewaltig unser eigenes Gefühl und Realität, um dem System Genüge zu tun. Einem System, welches es für den Einzelfall gar nicht gibt.

Denn mal ganz ehrlich, wer sind eigentlich diese NACHBARN, diese CHEFS, diese LEUTE?

Liebe Eltern, und ich spreche nun explizit jene an, welche gerade durch eine wirklich anstrengende Zeit oder sogar Krise mit ihren Kindern gehen. Wann war der Zeitpunkt gekommen, als ihr auf das Funktionieren eurer Erziehungs- oder Vorbildmethode so sehr vertraut habt, dass euer Familiensystem auf Autopilot geschaltet hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr mir den Zeitpunkt auf Anhieb nicht nennen könnt, weil er unbeachtet stattfand.

Erst jetzt, wo aller Wahrscheinlichkeit nach der Draht zwischen euch und euren Kindern hauchdünn oder bereits gekappt scheint, dringt da etwas sich noch im Nebel Befindliches langsam zurück an die Oberfläche.

Dieses Reflektieren von vermeintlichen Schlüsselerlebnissen, welche möglicherweise mittlerweile Jahre zurück liegen. Man macht sich Vorwürfe, gibt sich die Schuld an bestimmten Ereignissen. Dabei konnte man es gar nicht einfach so kontrollieren. Denn gerade in der Übergangsphase von der Kindheit ins Teenageralter stecken die meisten Familien mitten drin in der Spirale des Alltagslebens. Gefüllt mit Karriere, Haushalt, sozialen Verpflichtungen, Hobbies, Partnerschaft, Familie und vielen weiteren Komponenten, welche es gilt tagtäglich unter einen Hut zu bekommen.

Bis zum Point Even hatte vermeintlich alles perfekt funktioniert. Das Kind hat einen hohen IQ, Freunde, Hobbies, sehr gute Noten in der Schule. Es gibt keinerlei Probleme in der Familie oder/und zwischen Eltern und Kind. Alles geht seinen Gang.

Die Pubertät schleicht sich ins Haus und plötzlich ist nichts mehr problemlos. Das eigene Kind, welches man meinte gehegt und gepflegt zu haben, scheint in einer anderen Bubble zu agieren. Die Kommunikation fühlt sich an, als wenn man in unterschiedlichen Sprachen miteinander spricht.

Genau zu diesem Zeitpunkt bräuchte es eine kleine Stimme im Ohr, welche einem zuflüstert, dass es jetzt an der Zeit wäre loszulassen, Vertrauen zu haben, sich zurückzulehnen und nur dann in Erscheinung zu treten, wenn die Heranwachsenden ihre ersten Fehler, Probleme oder Fehltritte unterstützend lösen möchten. Diese Phase gibt es nicht mehr. Hat es früher nur selten gegeben und sollte es aber zukünftig öfter geben. Sie kann stattfinden, wenn wir alle wieder beginnen MITEINANDER zu reden und schleunigst damit aufhören ÜBEREINANDER zu reden. Denn all diese wichtigen Erfahrungen müssen alle jungen Menschen machen dürfen um später in der Erwachsenenwelt gut und gesund bestehen zu können.

Die aktuelle Generation Eltern hat oft durch ihre eigenen Traumata in der Kindheit so starke Ängste aufgebaut, dass es nahezu unmöglich für ihre Sprösslinge ist, sich altersgerecht zu entwickeln.

Das Phänomen, welches zunehmend öfter in den Schulen, bei Sportvereinen, oder dann bei Krisen in den entsprechenden Institutionen auftaucht ist folgendes:
Eltern führen ihre Zöglinge wie Dompteure ihre Tiere in der Zirkusmanege zu den jeweiligen Terminen. Das wirkt meist so, als
wenn man einem Wildpferd mit Übermüdung versucht eine S Dressur abzuverlangen.
Wabbliger Händedruck – welcher oft gar nicht mehr gefordert wird – der Blick durch
die Frisur hindurch starr auf den Boden gerichtet. Die 2 bis 3 kleinen Fragen, welche die Lehrer, Trainer, Sozialpädagogen oft stellen
erhalten für gewöhnlich die gleichen Antworten:

„Kann sein“,

„Vielleicht ja, aber vielleicht
auch nein“,

„mir ziemlich egal“,

oder auch gerne mal einfach nur ein „nö“.

Die Eltern daneben von Ängsten getrieben. Sie reden sich um Kopf und Kragen um ihr Kind dort unterzubekommen, wo sie es in ihrer Vorstellung gerne sehen würden. ADHS ist allgegenwärtig, muss immer engmaschiger therapiert und mit Medikamenten behandelt werden, weil das Umfeld nahezu in keinem der Fälle mehr in der Lage ist, ihren Teil dazu beizutragen, dass man auf eine starke Medikation oder engmaschige Therapie verzichten könnte. Zumindest ist dies oft die Forderung, welche die Eltern an das „System“ stellen. Der Therapeut ersetzt die Bezugsperson. Die Vereine und Schulen sollen übermächtiges leisten. Der Staat soll die Verantwortung für dysfunktionale Familiensysteme übernehmen.

Das SYSTEM hat einen Virus und benötigt dringend eine Zurücksetzung auf Werkszustand. Wir haben uns selbst überholt. Sind in überhöhter Geschwindigkeit in die digitale Welt gedonnert. Haben uns zu großen Teilen darin verloren. Zu viel von allem: zu viel TV (Streamingdienste mit Angeboten für 200 Leben), zu viel Lebensmittel überall (täglich werden Unmengen von wertvollen Lebensmitteln vernichtet), zu viel Angebot (das Netz ist voll von Anbietern), zu viel Urlaub, Freizeit, Arbeit, Vermögen, Besitz, Geld, Familie, Freunde……

und während ich das hier alles für euch aufzähle, kommt mir sehr oft das Wort EINSAMKEIT, ALLEIN SEIN zu Ohren. Wie geht das auf? Auf der einen Seite ein Überangebot und auf der anderen Seite immer öfter Leere und Rückzug.

Das passiert, weil wir ALLE täglich Reizüberflutung erleben. Viele von uns können noch ganz gut damit umgehen oder haben bereits ihre Rückzugsmöglichkeiten für sich eruieren können und nutzen diese regelmäßig. Viele von uns, vor allem unsere jüngere Generation tut sich unfassbar schwer sich von all den Reizen abzuschirmen, denn es heißt nicht, dass wenn jemand immerzu zu Hause in seinem Zimmer oder Wohnung ist, dass er reizarm lebt.

Kommunikation ist eines der Schlüssel zu einer Verbesserung der Lebensqualität. Die Zeit der Verbote, Bestrafungen, Demütigungen, Herabwürdigungen, Vorwürfe, Forderungen und Versuche Druck auszuüben muss der Vergangenheit angehören, wenn wir unser aller Leben positiver und verantwortungsbewusster, so wie zukunftsorientierter gestalten wollen.

Sprecht Menschen in eurem Umfeld an, wenn ihr das Gefühl habt, sie durchleben eine Krise, oder wenn ihr denkt, sie sind einsam. Bietet ihnen ein Get together an ohne ergebnisorientiertes Lösungsschema. Wir haben oft das Problem, dass wir die kleinsten Wölkchen sofort auflösen möchten, anstatt erst mal nur dabei zuzuschauen, ob sie sich in dichtere Wolken verformen oder von selbst wieder auflösen. Oft hilft es dem Menschen in der Krise viel mehr, wenn man einfach nur signalisiert, dass man da ist, dass man zuhört, und dass man das Ganze ernst nimmt OHNE es zu bewerten oder sofort lösen zu wollen.

Habt ihr aktuell einen Menschen in eurem Umfeld, wo ihr das Gefühl habt, ihm oder ihr geht es nicht so gut und es macht euch Sorge. Zögert nicht. Wenn ihr euch nicht sicher seid, schreibt mir einfach eine kurze Mail. Vielleicht können wir zusammen eine Idee entwickeln, wie wir der Person unterstützend zur Seite stehen können.

Es ist höchste Eisenbahn, dass wir alle wieder in den Dialog gehen. Nur so können wir in unserem direkten Umfeld Dinge positiv beeinflussen. Falls ihr gerade in einem Generationenkonflikt steckt, welcher euch eurer Nachtruhe raubt, welcher vielleicht dazu beiträgt, dass ihr auf Grund des vermeintlich gehässigen Familienmitglieds zunehmend öfter schlecht gelaunt seid, dann ist es an der Zeit aktiv zu werden. Denn es wird euer Magen sein, euer Blutdruck und eure Lebensqualität welche sich verschlechtert, nicht die der Person, welche euch zornig, traurig oder hilflos fühlen lässt.

Passt auf euch auf.

Eure Sue Freund

Wer ist eigentlich diese Gesellschaft?

Ich glaube, dass es in den vergangenen Jahrzehnten nicht viele Tage gab, an dem ich nicht mit Sätzen wie z. B.

„Das macht man so“

„Die Gesellschaft ……“

„Das System setzt einen unter Druck.“

„Man kann doch nicht einfach…“

konfrontiert wurde. Oft so ausdrucksstark in der Betonung, dass auch mir kurzweilig der Wille fehlte, diesen Worten etwas entgegenzusetzen und das obwohl ich mir fest vornahm, diese Sätze nicht mehr einfach so stehenlassen zu wollen. Nicht mehr hinnehmen, nicht mehr annehmen, was doch eigentlich nur im Kopf des Einzelnen stattfindet und es somit in der Masse zu dem wachsen lässt, was es jetzt ist.

Eine Stimmung und eine Dynamik, welche eigentlich tödlicher und krankmachender ist als der Krieg an sich, welcher in so vielen Ländern dieser Erde gerade tobt. Der Krieg ist sichtbar, es ertönen Sirenen und die Menschen flüchten in die Bunker und U-Bahnschächte ihrer Städte. Die Dynamik, welche in jedem Einzelnen von uns steckt, ist impulsartig gesteuert und somit unberechenbar. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es genau diese Dynamik ist, welche soviel in dieser Welt negativ beeinflusst. Und wenn nur ein paar Menschen sich durch ein wenig Training und Bewusstsein da rausnehmen können, dann ist schon extrem viel gewonnen.

Wir alle hier wissen, dass nahezu in jedem Einzelnen von uns ein gutes Herz, Warmherzigkeit, Liebe, Fürsorge und Einfühlungsvermögen steckt. Warum können wir es zunehmend weniger leben und fühlen?

Wir sind konditioniert und geprägt über Jahrzehnte hinweg. Sehr tief und mit starken Narben versehen, flattert unsere Seele, fast so wie die vielen restless Legs. Selbst wenn wir uns allein in einem Raum befinden, fühlen und handeln wir auf das Außen fokussiert und als wenn wir von Kameras beobachtet werden. Wir scheuen uns lebhafte Diskussionen zu führen, weil diese zu schnell in Streitgespräche übergehen könnten. Wir möchten von unserem Gegenüber gemocht werden, genau so wie wir sind, ohne dieses Wie wir sind überhaupt zu zeigen. Unsere Maske für die Gesellschaft hängt direkt neben unserem Mantel und Hut an der Garderobe.

Wir erklären Verhaltensweisen und Gedanken, welche nicht im Geringsten anklagbar wären. Dennoch rechtfertigen wir die wenigen Emotionen, welche wir noch nach außen tragen und schämen uns dieser sogar oft.

Wir zerstören unsere Körper und Seelen immer mit dem Fokus auf das Außen gerichtet, denn wie so oft auch mir erklärt: DIE GESELLSCHAFT WILL DAS SO! Das System gibt das so vor.

Wer ist eigentlich diese Gesellschaft, die von mir erwartet, dass ich mir meine Haut wund schrubbe, weil ich ein Schwein wäre, würde ich nicht jeden Tag zumindest einmal duschen, welche erwartet, dass ich definitiv ab 40 Pantoprazol zu mir nehme, damit ich weitertrinken und -essen kann, was DIE GESELLSCHAFT mir vorgibt.

Liebe Leser spätestens jetzt hier werdet ihr beim Lesen dieser Zeilen denken: „Mir gibt sie nichts vor. Ich esse meinen Schweinebraten mit Soße und Klößen, weil das schon immer so war, weil das hier zur Tradition gehört, weil es mir schmeckt und ab und zu mal kann es nicht schaden. Machen ja alle andern auch.“

Oder auch sehr beliebt: „Wie du staubsaugst nicht jeden Tag? Aber da ist es doch staubig und somit auch für Allergien usw. ein Herd, welcher dann zu gesundheitlichen Schäden führt. Ich weiß das, weil ich vertrage nämlich schon lange keine Laktose, Gluten, Nüsse, etc. mehr. Und da ich mir trotzdem nichts verbieten möchte, bin ich froh, dass es dieses oder jenes Medikament gibt, welches ich gut vertrage, und dann kann ich auch mal wieder ne Pizza, oder das Buffet beim Mongolischen All you can eat Restaurant genießen.“

Total im Trend sind auch folgende Sätze: „Boah wie mir diese Veganer, Gesundheitsfreaks und Vegetarier auf den Zeiger gehen. Sollen sie doch ihr Grünzeug fressen, aber doch bitte so, dass ich nicht davon behelligt werde. Ich esse nun einmal gerne Fleisch und das ist auch sehr wichtig für die Proteine, welche mein Körper benötigt. Mein Feierabendbier hab ich mir redlich verdient. Ein Glas Wein hat noch niemandem geschadet. Ist doch dein Problem, wenn du nichts trinken willst. Verstehen muss ich das aber nicht.“

DIE GESELLSCHAFT gibt auch gerne folgende Handlungen vor, welche mir immer wieder begegnen und ich würde zu gerne ganz anders darauf reagieren, als ich es denn immer wieder aus diplomatischen und zielführenden Gründen tue.

Es gibt noch immer zu viele Eltern, welche ihren Kindern Handlungen aufdrängen, welche fataler für deren Zukunft und Entwicklung nicht sein könnten.

Es gibt KEIN richtiges Alter um seinem Kind Alkohol trinken oder Zigaretten/Vapes rauchen anständig unter Aufsicht beizubringen. Keines dieser beiden schädlichen Genussmittel ist gut zu reden. Der einzige Grund für dieses unter Aufsicht in die Welt der Erwachsenen begleiten, ist die eigene Schwäche für diese Gifte.

Es gibt keine richtige und pädagogisch wertvolle Erklärung für den eigenen digitalen Konsum, während man es für die Kinder einschränken möchte. Das einzig Richtige ist raus aus der Comfortzone und als Ausgleich nicht digitale Unternehmungen starten. Wenn du abends am TV Gerät sitzt, nebenbei im Tablett scrollst und ab und an am Handy checkst, ob du schon wieder eine neue Nachricht von irgendwoher erhalten hast, dann hat dein Kind eben genau dasselbe Bedürfnis wie du. Abgeguckt und inspiriert einzig und allein von und mit dir.

Irgendwann zwischen Windeln wechseln, das Baby knuddeln und in der Babysprache ansprechend und dem Satz: „Räum dein Zimmer auf, oder ich schalte sofort das W-Lan aus“, muss was gravierendes passiert sein.

Sprechen wir diese Zeitleiste mal gemeinsam durch:

Wir bekommen dann Babys, wenn wir es uns finanziell leisten können, oder wenn es im Job so beschissen anstrengend und nervend ist, dass wir uns ne „Auszeit“ davon gönnen wollen. (Find ich mittlerweile irrsinnig witzig diese beiden Begründungen).

Während dieses kleine Menschenkind in uns heranwächst durchspielen wir 1000 Szenarien, wie z. B. was wird der perfekte Name für das Kind sein. Welcher Kinderwagen erfüllt alle Anforderungen, welche Größe wird es zu welchem Zeitpunkt seiner Baby Zeit haben. Passen die Outfits zur Zimmereinrichtung. Was muss das Mobile über dem Bett alles können, damit das Kind am besten durchschläft bis es in den Kindergarten kommt. Was passiert, wenn ich ein Schreibaby bekomme und wie weit entfernt ist der Kindergarten meines Vertrauens, welches DER EINZIGE ohne Personalmangel und Hygienemängel sein wird. Stille ich oder gebe ich doch die Flasche, was macht das Stillen mit meiner Brustwarze, wenn ich mich doch für das Stillen entscheide. Und welche Influencerin, der ich auf Insta folge, hat mein Vertrauen, dass ich, wenn ich es ihr nachahme, auch DAS RICHTIGE für mein Baby tue. Ich kontrolliere das doch alles, oder? Sind die Farben der Einrichtung vom Babyzimmer eigentlich meine Lieblingsfarben oder die der Gesellschaft, welche ich mir durch den digitalen Algorhythmus täglich auf meine Bildschirme spüle. Kann ich das Apfelgrün meiner Flurwand ohne einleuchtende Erklärung an die Community so lassen oder muss ich es anpassen, damit mein Kind nicht zu früh eine Brille verpasst bekommt, weil die Augen überfordert werden.

Bestimmt fragt sich nun der ein oder andere Leser bei all dem was ich hier runtertippe: „Ja was ist denn nun die Lösung?“ Meine Antwort wird vielen nicht behagen, aber anderen wiederum sehr.

DU, dein eigenes tief verwurzeltes ICH ist die Lösung. Schon seit einigen Monaten begleite ich Menschen zurück zum ICH. Raus aus der Fremdbestimmung, der Beeinflussung der GESELLSCHAFT, hin zum puren eigenen ICH. Wer den Workshops beiwohnen möchte (es gibt kein muss, kein soll, keine Verpflichtungen, keine Abos) darf mir gerne schreiben.

Das nur als kleiner Einspieler und Tipp, wenn man wieder zu sich selbst finden möchte, und nun zurück zum Elternthema.

Wenn die Zeitleiste Baby langsam vorbei ist, treten wir ein ins Kleinkindalter. Da ist die Bubble dann schon meist wieder geplatzt. Man ist zurück im Daily Business in Form von wieder schwanger, zurück im Job oder auch oft in der Trennungsphase der Beziehung, welche man doch durch ein gemeinsames Kind hatte festigen wollen. Da schleicht es sich schon langsam ein das Dilemma unserer Gesellschaft, unseres Systems, welches uns Druck zu machen scheint.

Ein Zeitpunkt, an welchem wir bereits einen gewissen Lebensstandard erreicht haben. Ein finanzielles Polster erschaffen und uns einen Status der Anerkennung erarbeitet haben. Jetzt schnappt sie zu die Falle der Fehlentscheidung aufgrund von Druck, Stress und Entfremdung. Alles was wir von diesem Zeitpunkt an entscheiden, denken wir, dass wir MÜSSEN.

Es ist kein Herz und Bauchgefühl mehr vorhanden sondern nur noch ein Entscheiden aus der Situation heraus, welche wir denken, dass sich uns darlegt wird. Es ist der Zeitpunkt wo wir unser wirkliches Sein verlassen und hinein spurten in das Sein der digitalen und systemischen Gesellschaft, welche wir eigens für unsere Erklärungen und Rechtfertigungen in unseren Köpfen kreieren.

Falls da noch etwas eigenes Ich da ist, geben wir es endgültig an der Kindergartentüre ab, an dem Tag, an welchem wir unser Kind in den Kindergarten oder die -krippe bringen. Bis auf die paar Dinkel Dörtes, welche wir aus der eigenen Schwäche heraus so herabwürdigen, gibt es an diesem Punkt nahezu keine eigenständig denkenden Eltern mehr.

Jetzt an diesem Punkt füge ich in kurzen Sätzen mal mein Eigenexperiment mit den sozialen Medien ein. Ich hatte im Mai für ein paar Eltern, welche an meinen Workshops teilgenommen hatten, den Versuch unternommen für ca. 3 Wochen einzutauchen in die Bubble des Content createn. Warum? Ganz schnell erklärt: ich wollte den Eltern aufzeigen, dass diese Social Media Menschen der Öffentlichkeit keine dummen und vor allem faulen Kasper sind und ihre Ängste -weil ihr eigenes Kind gerade Ambitionen hegt selbst Content zu createn – dass es abrutschen könnte (mir erschließt sich hier bei dieser Aussage vieler Eltern zwar nicht wohin) völlig unbegründet sind. Es ist ein Job wie jeder andere auch. Und man ist nicht dazu verdammt es für immer und ewig zu machen und die Gefahr zu scheitern ist keinesfalls höher als in jedem anderen Beruf auch.

Ich begab mich also für 3 Wochen in diese Bubble, indem ich täglich auf lediglich 3 Kanälen (WhatsApp, Facebook und Instagram) mit wenig Followern als völlig abgesoftet und nicht 1000den von Beobachtern ausgesetzt mein Daily Business mit Fotos und Worten ins Netz blies. Und was sollte ich schon nach wenigen Tagen feststellen. Es ist richtig harte Arbeit, es ist anstrengend und das bereits in meiner Extra Light Version. Meine Laune veränderte sich zunehmend hin zu einer immerzu leicht angespannten und gestressten Grundstimmung und meine Treffen mit Herzensmenschen mutierten teilweise zu Fotosessions und den Sätzen: „Warte mal ich muss das noch schnell posten.“. Kurz abschließend. Absolut nicht mein Ding. Ich bin gerne in den digitalen Medien unterwegs, aber nur sporadisch und nicht täglich und immerzu. Der Preis für all die eigenen Immobilien, Autos, Klamotten und Reisen der Content Creater ist also verdammt hoch und auch wie schon oft in den letzten Monaten in den Medien vernommen, was Gesundheit und spätere Überschuldung angeht, ebenfalls.

Zurück zur Zeitleiste der jungen Eltern. Die Kindergartenzeit ist die Phase, in welcher sich die anfangs euphorisch geplante eigene Charakterformung für das geliebte Kind blitzschnell in die Ansprüche an andere Personen, an Institutionen umwandelt. Man kapituliert, weil das Stresslevel das eigene ICH auslöscht und erklärt zunehmend Fehlernährung, Fehlverhalten und fehlende Liebe und Empathie mit den Worten: „Das System lässt mir keine Chance.“ Der Kindergarten, bzw. die Schule trägt die Schuld, da es die meiste Zeit dort verbringt.

Die kommenden 2 Jahrzehnte ab Kindergartenalter des Sprösslings hat der Körper und Geist der meisten Mitbürger unseres schönen Landes auf Autopilot umgeschaltet. Nur sehr selten blinzeln eigene Wünsche und Bedürfnisse durch. 90% der Zeit gibt die „Gesellschaft“ den Ton an. Das „System“ kontrolliert das Handeln und die Familie und das direkte Umfeld (Freunde, Kollegen, Nachbarn) die Gefühle und Emotionen. Der Ottonormalverbraucher mutiert in diesen Zeitstrahl zum Klon des Nebenmannes/-frau. Ihr wollt ein paar Beispiele? Gerne.

Vorausgesetzt die finanziellen Mittel sind vorhanden (oh ich vergaß, unsere Zeiten werden immer schlechter und man kann sich nahezu nichts mehr leisten) findet ihr nahezu keine Küche mehr ohne Thermomix, keine Familie ohne E-Bike, keinen Haushalt ohne Smart Home, keine Wohnung ohne Alexa, Siri oder wie auch immer sie alle heißen. Kein Kinderzimmer ohne Toniebox und keinen Jugendlichen ohne Tik Tok Account.

Je mehr wir uns gleichschalten umso intensiver siedeln wir unsere Ver- und Beurteilung an. Es gab noch nie so viel Bodyshaming, so viel Stigmata, so viel Sexismus, Diskreditierungen, Rassismus und Herabwürdigungen anderer Lebensmodelle wie jetzt. In einer Zeit, wo man sich nahezu gezwungen fühlt anzupassen, gleichzuschalten ploppen die bunten ANDEREN wie Leuchtkugeln am Firmament auf. Umso stärker die eigene Unterwürfigkeit und Beschneidung, umso stärker die Wut und das Unverständnis auf und für andere Lebensformen.

Und genau hier passiert das, was dann erst durch körperliche und/oder psychische Erkrankungen, schwere familiäre Krisen, Persönlichkeitsstörungen wieder an der Oberfläche auftaucht, nämlich das Aufeinandertreffen der Körperhülle mit dem inneren Ich. Man trifft sich nicht wie früher regelmäßig unterm Kirschbaum, im Wald oder im Urlaub, im Winter in der Stube oder im Sommer bei der Siesta nach getaner Feldarbeit, sondern im Wartezimmer des Psychotherapeuten/Heilpraktikers/Facharztes etc. in der Hoffnung dass der Experte DIE Lösung in Form von Medikation und Gesprächen für einen parat hat. Oft ist einem nicht einmal zu diesem Zeitpunkt klar, dass man in erster Linie zusätzlich zu den unterstützenden Hilfsmitteln wie Therapie und Medikamenten vor allem sich selbst kennenlernen, annehmen und lieben darf.

Wir müssen diese Zeugnisse unserer Zeit (unsere Erkrankungen und Krisen) sehr ernst nehmen und mehr denn je wieder lernen aufeinander zu achten und füreinander da zu sein.

Man darf Stille zulassen, man muss nicht jeder Party und Feier beiwohnen, man muss nicht das neueste Gerät erwerben, wenn man mit dem aktuellen ganz gut klar kommt. Es ist relativ wie viele Klamotten man im Schrank hat und die Farbe der Couch ist nicht ausschlaggebend für die Glückseligkeit.

In meinen privaten Beiträgen auf meiner „Reinheit deiner Seele“ Seite habe ich schon oft darüber geschrieben wie es sich anfühlt nicht mit dem Strom der Gesellschaft mitzuschwimmen und trotzdem ein Teil des Großen Ganzen zu sein. Jetzt ein paar Jahre, ja nahezu ein Jahrzehnt später kann ich erfahrungsgemäß schreiben, es tut verdammt gut, es hilft einem selbst zu wachsen, Frieden mit sich zu finden und ein erfülltes und zunehmend gesundendes Leben zu führen. Je früher man damit beginnt, desto mehr körperliche und psychische Schäden kann man abwenden oder sogar vermeiden.

Nur der erste Schritt erfordert Mut. Raus aus der Angst, rein ins eigene Lebensrad, das man so bewegt, dass man die Kontrolle behält. Und es sei unbedingt erwähnt. Es ist nie zu spät den ersten Schritt zu gehen.

Denn diese Gesellschaft, von der alle sprechen das bist du. Du bist deine eigene Gesellschaft. Du solltest dich von Menschen umgehen, welche du magst und wenn da der ein oder andere dabei ist, welchen du, sagen wir es mal lieber von hinten siehst, dann kannst du das sehr gut trainieren, dass dem so sein wird.

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann würde ich mich sehr freuen, wenn du mir ein paar Zeilen schreibst. Egal über welchen Kanal, ob über Instagram susi_freund_selbsthilfe_bkb über Facebook unter Susi Freund oder wenn du meine Handy-Nummer hast über WhatsApp. Gerne auch Kommentar hier unter dem Beitrag.

Mich würde deine ehrliche Sicht über deine aktuelle Lebenssituation interessieren. Bist du zufrieden oder sogar glücklich? Was würdest du ändern wollen und was möchtest du dass sich in deinem Umfeld ändert.

Lasst uns gemeinsam wieder ICH sein, wertfrei miteinander umgehen, lebhafte Diskussionen und Unterhaltungen führen, uns öfter umarmen und geizt nicht mit ehrlichen, tiefgründigen Komplimenten an euer Gegenüber. JEDER Mensch hat jeden einzelnen Tag seines Lebens etwas Wunderbares und Wunderschönes an sich, was es gilt erwähnt zu werden. Liebt bedingungslos und ohne Auflagen. Sprecht aus Liebe und Gefühl und ohne Zorn und Wut.

Und ein wichtiger Satz sei zum Schluss noch erwähnt. Ein Satz, welcher mir sehr viel bedeutet. Wir alle haben Feuer, Temperament und Leidenschaft in uns. Nicht jede laute Stimme in einer emotionsgeladenen Stimmung ist gleich die eines Cholerikers und bösen Menschen. Es gilt immer der Situation entsprechend zu filtern.

Aber wenn ihr Papas oder Mamas seid und eure Kinder anschreit, weil ihr just in diesem Moment keine andere Möglichkeit seht, eurer Hilflosigkeit euren Kindern gegenüber Ausdruck zu verleihen, dann vergesst ab sofort NIE, wenn ihr schreit, schreit ihr euer eigenes Spiegelbild an und mit jedem Schrei wird sich euer Kind ein Stück weiter von euch entfernen. Es kann nicht anders. Es hat einen natürlichen Schutzwall, welcher hochfährt, wenn sich Frequenzen erhöhen. Erinnert euch zurück, was ihr getan habt, als eure Eltern die Stimme erhoben. Ich kenne niemanden, welcher nicht dasselbe getan hat, nämlich eine Mauer in seinem Herzen zu errichten, welche es Zeit seines Lebens davor schützt zu brechen.

Und wenn ihr das nächste Mal schreit, weil eure Kinder euch in ihrer Pubertierphase anlügen, dann lasst euch aus meiner Erfahrung heraus den Tipp geben. Das ist nichts Persönliches. Alle Teenies lügen, egal was auch immer ihr als Eltern tut.

Vergesst niemals. Es sind eure Kinder, welche ihr geboren, gezeugt, gewickelt, gefüttert und gepflegt und gehegt habt. Sie lieben euch, auch wenn es ihr Job ist euch während ihrer Teeniezeit zu hassen. Nehmt es hin mit Würde und Ruhe, dass sie ihre Zimmer nicht aufräumen. Es ist eine Phase, welche vergeht. Die Verletzungen und Schmerzen, welche sich viele Familien während dieser Phase zufügen, die bleiben vielleicht sogar für immer. DAS MUSS NICHT SEIN.

Abschließend möchte ich euch mitteilen, dass es sich als Outlaw unserer „Gesellschaft und Systems“ hervorragend leben lässt. Ich glaube ich bin ein gutes Beispiel hierfür und nehme euch sehr gerne auch weiterhin mit, raus aus dem Druck und hinein in den Frieden mit einem selbst.

Eure

Susanne Freund

Ich darf/mach das, weil ich krank bin!

Das Telefon klingelt und eine gute alte Bekannte begrüßt mich vom anderen Ende der Leitung mit den Worten: “ Sag mal hast du ne Minute? Ich bräuchte deinen Rat, denn ich weiß nicht, ob ich langsam durchdrehe oder mein Umfeld!“

Es war ok. Ich hatte Zeit und bat sie einfach zu erzählen……

Um im Flow zu bleiben, schreibe ich hier ihre Erzählungen ohne meine Zwischenfragen oder Antworten fließend durch bis zum Schluss.

Ich versuchte vorsichtig anzusetzen:

Der Irrtum bei der Denkweise, dass jeder welcher nicht in der von einem Gesellschaftssystem vorgegebenen Norm funktioniert, krank ist, ist immens. Denn hierbei geht man ja davon aus, dass es krank ist, sein Leben nicht in ORDENTLICHEN Bahnen zu lenken.

Man sieht eine monogame Partnerschaft nicht als schwierig an, sondern bekommt das Wort Bindungsgestört erklärt.

Man kommt nicht auf die aberwitzige Idee, dass generell Karriere machen ein leicht abstruser Wunsch ist, sondern sieht sich selbst als schlichtweg zu schwach dafür an.

Fehler sucht man in erster Linie bei einem selbst, versucht diese zu korrigieren, sich selbst zu optimieren und weiter geht es.

Die Idee sich aus so genannten „Krise“ rauszuboxen, mag richtig sein; die dafür benannte Bezeichnung Krankheit aber oft eine falsche, da dieser Idealtyp an sich schon eine Farce darstellt. Ständiges Glück ist schlichtweg nicht möglich und dessen Abwesenheit somit eben nicht gleich eine Erkrankung. Mit dieser meist viel zu schnellen Betitelung „Krank“ von Menschen aus dem eigenen Umfeld, welche nicht so funktionieren, wie man es für sich selbst auferlegt oder auch einfach lebt, schlägt den schwer erkrankten Menschen, welche einen immensen Leidensweg durchwandern mitten ins Gesicht.

Eher ist es als krank zu betiteln, folgt man der Denkansicht, dass wirklich alles immer ok ist, das Leben in einem ruhigen Fluss dahinfließt wie ein meditativer Gebirgsbach und alles was dem abweicht, benötigt eine Stempel mit dem Namen Krankheit und Therapie.

Man unterstellt ja auch keinem immer Glücklich daherkommenden Menschen eine Manie und fragt sich was da bei ihnen schiefläuft. Sollte man mal tun. Dann würden sie nachempfinden können wie sich das so anfühlt mit einer einer gestellten Diagnose.

Vergiss nie. Solltest du als Angehöriger das Empfinden haben, dass derjenige sich rausnimmt, während du weitermachen MUSST. Sei dankbar, dass du es kannst und triff auch du deine Entscheidungen, dass das auch so bleibt. Man sollte nicht jeden Menschen gleich als krank betiteln und dennoch wissen, dass der Weg in eine Klinik kein einfacher war und somit kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wenn man einen nahestehenden Menschen dort besucht, dieser nicht den Anspruch hegt, sich dort mal eine kleine Pause zu gönnen.

Ich kann dir versichern, dass deine Gefühle völlig ok sind du alles Recht der Welt hast über deinen Besuch und die damit einhergehende Thematik der psychischen Erkrankung niemals eine lapidare und einfache ist.

Pass gut auf dich auf. Nimm dich öfter mal raus aus dem Hamsterrad und bleib verrückt, denn das ist völlig normal, solange du oder andere nicht darunter leiden.

Eure

Sue Freund

Neues Jahr neues Glück, nicht mit mir spricht die Gewohnheit

Selbstverständlich werde auch ich in meinem ersten Beitrag für das neue Jahr 2025 die guten Neujahrswünsche nicht auslassen.

Selbstverständlich werde ich sie aber auch etwas anders verpacken; und zwar in 4 starke Manifestationen, welche euch im Idealfall Stärke, Kraft, Energie und Spirit für die nächsten 365 Tage schenken werden.

Was es dafür braucht? Nicht mehr als den ersten Schritt. Und zwar den ersten Schritt raus aus der Gewohnheit, den Ängsten, hinein in den Mut.

Was bedeutet eigentlich Manifestation? Es bedeutet die bewusste Beeinflussung der eigenen Realität, um Wünsche, Visionen und Ziele wahr werden zu lassen. Wenn wir etwas manifestieren, dann bedeutet das, dass wir durch die Kraft unserer Gedanken unsere eigene Realität kreieren.

Beginnt damit zuerst einmal auf euch zu achten, auf eure an diesem aktuellen Tag vorhandene Energie und Kraft. Versucht euch nicht zu sehr im Außen zu verlieren. Oft sind wir mehr damit beschäftigt es anderen Menschen Recht zu machen, anstatt uns selbst. Nicht selten kommt es dann zu erstaunlichen Lebenssituationen, wenn wir uns dann doch mal dazu entscheiden NEIN zu sagen, oder die ein oder andere Verpflichtung weniger anzunehmen. Plötzlich scheinen wir nicht mehr konstant greifbar zu sein und das macht zuerst einmal etwas mit uns selbst. Jetzt heißt es konsequent bleiben und klar kommunizieren. Auch hier gilt die Regel der positiven Formulierung, denn wenn wir uns dadurch mitteilen, dass wir um Verständnis bitten, dass wir heute z. B. lieber unser Buch zu Ende lesen möchten, oder die Zeit in der Küche etwas mehr Minuten benötigt, dann kommt das bei unserem Gegenüber besser an, als wenn wir klagend und jammernd absagen, weil uns alles zu viel wird, oder wir uns nicht gut fühlen um das Date einzuhalten.

Selbstfürsorge darf definitiv sein und muss sogar sein um die sozialen Kontakte, die eigenen Ziele und vor allem die eigene Gesundheit zu halten oder zu erreichen. Seid mutig und trainiert euch eine positive Kommunikation an. Ihr werdet schnell feststellen, dass man euch mehr wahr und zunehmend ernst nehmen wird. Sobald ihr dann in der Selbstfürsorge angekommen seid, werdet ihr merken, dass eure Energie wie eine leere Batterie langsam wieder aufladen kann. Bleibt dort, so lange, bis ihr euch aufgetankt fühlt. Nichts in eurem Leben ist wichtiger als ihr selbst.

Wer kennt es nicht. Man definiert sich zunehmend öfter über seinen Job. Gespräche bei Treffen mit Freunden beinhalten oft die Arbeit und wenn man die Familie besucht, wird zu Beginn erst einmal der Job abgefragt (wie es läuft, ob man gut verdient, genügend Anerkennung erfährt, etc.). So passiert es schnell, dass sich auch nach der täglichen 8 Stunden Arbeitszeit ein paar weitere Stunden mit Jobinhalt hinzufügen. Im Urlaub wird dann oft auch der Beruf analysiert und beurteilt. Wo bleiben da die privaten Themen, welche den Hauptteil der Unterhaltungen ausmachen sollten? Sie bleiben viel zu oft auf der Strecke.

Es ist aber oft sogar schon existenziell, wieder oder überhaupt in eine gesunde Work Life Balance zu kommen, denn nur so können wir auf Dauer in unseren Professionen erfolgreich und in unserem Privatsegment glücklich sein. Es ist nicht jedem Menschen geschenkt sein Hobby zum Beruf zu machen, und so bleibt es der Großteil der Gesellschaft, welcher täglich zur Arbeit geht um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Hier sind starke Manifestationen besonders wichtig. Man kann dies auch bildlich trainieren, indem man, wenn man die Türe vom Büro, der Firma, dem Geschäft schließt, man auch das Geschehen des Tages dort zurücklässt. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, aber im Großen und Ganzen sollte man dies täglich üben, denn nur so kommen wir zuhause in die verdiente Entspannung, den sportlichen Ausgleich und den freien Kopf für private Unterhaltungen und Unternehmungen. Wiederum nur so können wir ausgeschlafen und aufgetankt am nächsten Tag wieder unsere Türe öffnen um frisch ans Werk zu gehen.

In der Erkrankung oder im täglichen Kampf mit dem Leben kann es immer öfter passieren, dass wir unser Lebensziel und/oder unsere Lebensfreude verlieren, oder sogar bisher noch nicht gefunden haben. „Bremsen“ um unser Ziel zu erreichen, zu definieren, Lebensfreude zu finden oder zu leben, prasseln täglich auf uns ein. Jeder weiß es gefühlt besser, lebt uns etwas vor, welches es eher gilt zu erreichen, möchte uns mit klugen Ratschlägen unvoreingenommen zur Seite stehen. An den meisten Tagen vor unserer Manifestation Lebensziel und Lebensfreude sind wir geführt und beeinflusst von Außen (Medien, Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn). Wir sind darauf trainiert zu funktionieren und uns anzupassen. STOPPT das bitte jetzt und hier. Und zwar aus einem schlichtweg sehr einfachem Grund. Es wird IMMER einen Menschen geben, welchen nicht passen wird, was ihr tut, wie ihr es tut, und warum ihr es tut.

Glaubt an euch, euer eigenes Ich und ihr werdet auf jeden Fall euren Lebensweg finden und auch gehen. Es muss nicht allein und ohne Unterstützung sein, es darf auch Hilfe angenommen werden, denn wir alle haben irgendwann in unserem Leben Begleitung in bestimmten Situationen oder Lebensphasen in Anspruch genommen. In welcher Form auch immer. Es kann die ambulante Therapie sein, es darf auch mal ein stationärer Aufenthalt oder eine Langzeittherapie sein. Es gibt viele Anlaufstationen, wo man sich Rat und Tipps holen kann. Wir sind gerne eine dieser Anlaufstellen. „Ich fühl wie du“ ist unser Credo und das füllen wir auch stets mit nicht wertenden Inhalt. Hier darfst du du selbst sein, ohne Kritik dafür erfahren zu müssen.

Durch die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen, anderen Angehörigen, oder anderen Interessierten, welche präventiv agieren wollen, weil sie spüren, dass in ihrem Leben Krisenphasen Einzug halten, können Lebensziele neu definiert und wieder mit Freude befüllt werden.

Von allen Seiten hagelt es neben der dem Großteil der Bevölkerung bekannten Schulmedizin, auch Coaches, Trainees, Lebensratgeber, Inspirationen, Kurse, Workshops und so einige Angebote für lebensverbessernde Maßnahmen. Da kann es schon mal passieren, dass der ein oder andere Anwender, nachdem er einen beträchtlichen Betrag für sein Lebenscoaching, Handreading, Numerologische Berechnung, Astroerklärung ausgegeben hat, das Erlernte dann etwas sagen wir mal dominant an den Empfänger bringt. Da folgen dann auf Frust und fehlende Selbstliebe oft Überheblichkeit, Arroganz und Unnahbarkeit. Ein Bumerang kommt bekanntlich dann sehr schnell zum Werfer zurück. Um diesen Effekt zu vermeiden, ist es wichtig, dass man Dankbarkeit und Demut lebt, und zwar genau dann, wenn der AHA Effekt einsetzt. Man fühlt sich zunehmend wohler in seiner Haut, hat den ein oder anderen Erfolg zu verbuchen, oder frönt der neu erworbenen Lebensqualität in vollen Zügen. Bleibt genau jetzt in diesen Momenten bei euch. Seid dankbar für die kleinen Dinge im Leben, denn wirklich nichts ist selbstverständlich und kann genau so schnell wieder verschwinden, wie es gekommen ist.

Ich wünsche euch ganz viel Zeit mit euch selbst

Ich wünsche euch schöne Gespräche und wertvolle Begegnungen

Ich wünsche euch das Bewusstsein auf eure Gesundheit zu achten und zum ein oder anderen Gläschen auch mal Nein sagen zu können. Eigentlich braucht es diese Substanz überhaupt nicht. Aber dies ist nur meine kleine bescheidene Meinung

Ich wünsche euch viel Gesundheit und die Kraft und den Mut auch etwas aktiv dafür zu tun

Ich wünsche euch ganz viel Liebe in euch für euch und um euch herum.

Und das alles für die nächsten 365 Tage im Jahr 2025.

Eure Sue Freund

Der wertvolle Weg mit dem sanften Willen

In vielen Momenten während meiner Gespräche mit Angehörigen, Freunden und Familie bekomme ich folgende Sätze gesagt:

“ Das kann ich nicht.“ Oft auch: „Das ist leichter gesagt als getan.“

Vor ein paar Jahren hatten mich solche Floskeln, wie ich sie mittlerweile gerne nenne, – sagen wir mal vorsichtig – etwas aufgewühlt. Ich nenne sie deshalb Floskeln, weil sie über viele Jahre des Lebens im Außen antrainiert wurden. Stellt man sich aber bewusst diesen Aussagen und legt sie auseinander, kommt man zu dem Ergebnis, dass es eigentlich heißen müsste: „Ich will nicht.“ weil ich in meinem Algorhythmus und meinen Gewohnheiten gefangen bin. Es ist oft leichter einfach ein Buch zu lesen, als darüber zu sprechen, dass man ein Buch lesen möchte. Wir neigen dazu, nahezu unser ganzes Leben zu analysieren und zu erklären, anstatt es einfach zu leben. Warum wir es oft nicht tun, oder damit beginnen, ist ziemlich schnell erklärt. Wir sind über Jahrzehnte zu Disziplin und Leistung geprägt worden. Die Angst es nicht zu ende zu schaffen, oder es nicht gut genug zu schaffen, veranlasst uns viel zu oft dazu, es erst gar nicht zu beginnen. Wir fühlen uns in allem was wir tun beobachtet. Lernen wir das abzulegen, werden wir mehr ins Tun kommen und weg vom zu viel Denken.

Ein Beispiel dafür gebe ich sehr gerne:

Nehmen wir das Malen. Dafür konsumieren wir oft Materialien, welche ein Profimaler meist nicht einmal in seinem Fundus hat, nur weil wir denken mit dem perfekten Material wird unser Bild besonders schön. Dann wenn es gut läuft, folgen die ersten Pinselstriche. Und oft reichen die schon aus, um das ganze Equipment in die Ecke zu stellen. Da steht es dann wie ein Mahnmal und erinnert uns immer an unser „Versagen“ unsere nicht vorhandene Disziplin und so weiter. Wir können das mit Instrumenten, Kochutensilien und vielem mehr fortführen.

Jetzt im Jahr 2024 weiß ich, genau diese Sätze und die Beispiele dazu zeigen mir auf, dass genau jetzt die Zeit ist, diesen Menschen, welche sich selbst verloren haben, unterstützend zur Seite zu stehen, und zwar so lange bis dann Sätze ausgesprochen werden, wie z. B. „Ich hatte den Mut und es hat gut getan.“ Oder auch: „Ich hätte das nie gedacht, aber es hat geklappt.“

Warum liegt mein Bestreben darin das von vielen Menschen als Unmöglich ausgesprochene möglich zu machen.

Ganz einfach, weil jeder auch noch so kleine positive Moment, ein jeder noch so kleine Moment von Selfcare und die Erkenntnis zum kleinen gesunden Egoismus ein riesengroßer Gewinn für das Leben des Menschen ist, mit jenen man im Kontakt ist.

Ich kann definitiv nicht jede Person, welche mich beruflich oder privat anspricht erreichen, oder sogar soweit begleiten, dass sie den Mut aufbringt, das eigene Leben wieder bewusst wahrzunehmen und sich selbst wieder an erster Stelle zu stellen, aber ich kann es immer und immer wieder versuchen, weil……

ich selbst das beste Beispiel dafür bin, wie wichtig und wertvoll es ist auf sich selbst zu achten.

wir alle nur dieses eine klitzekleine Leben haben

wir alle Liebe für etwas und jemanden in uns tragen

ich aus meiner Erfahrung heraus garantieren kann, dass es funktionieren kann, wenn man nur wirklich will.

Der sanfte Wille ist der Weg. Kein Druck, kein Zwang, kein selbst Belügen.

Wann beginnt das auf sich selbst achten?

Es beginnt wenn du dich gut fühlst,  in dem Moment, wenn du etwas für dich tust:

Ein Bad nehmen mit allen Sinnen (Kerzen, ein duftendes und pflegendes Schaumbad, ein gutes Buch oder schöner Artikel im Handy/Tablett, sanfte Musik und Augenpads, eine Tasse Tee oder ein alkoholfreier Cocktail)

Eine schöne gewaltfreie und entspannende Serie gucken.

Gedanken und schöne Worte in einem Büchlein aufschreiben

Beine hochlegen und entspannte Musik hören oder einfach nur den Vögeln beim zwitschern zuhören

Ein schönes Rezept aussuchen und mit allen Sinnen ohne Zeitdruck die Küche in Beschlag nehmen um es zu kochen oder zu backen. Anschließend an einem schön gedeckten Tisch genießen

Schubladen aussortieren, Schränke ausmisten, sich von alten Dingen lösen.

Träume aufschreiben ohne darüber nachzudenken, dass sie eh nie in Erfüllung gehen. Es gibt so viele kleine Wunder im Leben, welche geschehen. Manchmal ist man so im Außen und von sich selbst entfernt, dass man sie gar nicht wahrnimmt.

Urlaube planen und organisieren. Ich bin kein Pauschalreisender. Ich liebe es jedes Jahr etwas neues zu entdecken. Ein bisschen abseits von den üblichen Destinationen.

Und besonders wertvoll für mich ist es individuell zu bleiben oder besser formuliert zu werden, denn auch ich bin noch viel zu oft im Außen.

Viele allein lebende Personen werden jetzt sagen, dass dies alles aber nur geht, wenn man verheiratet, oder in einer Partnerschaft, oder in einer großen Familie lebt. Hier kann ich euch sagen. Im Gegenteil. Für all die Dinge braucht ihr nur eine einzige Person; und das seid ihr selbst.

Selfcare hat einen Dominoeffekt, welchen ihr bei Beachtung beobachten könnt. Erst werdet ihr skeptisch beäugt werden, vielleicht sogar kritisiert oder belächelt. Schafft ihr es genau dann bei euch zu bleiben und nicht einzuknicken, wird mit der Zeit euer Gegenüber heimlich und leise selbst damit beginnen auf sich selbst zu achten. Und genau dann beginnt das kleine Wunder. Wenn mehr Menschen in einem kleinen Umfeld auf sich selbst achten, schöpfen sie Kraft und Energie und somit verbessert sich auch das Miteinander innerhalb dieser Lebensbubble.

Ich liebe meinen Job und viele fragen mich immer, wann ich mal abschalte. Meine Antwort:

JETZT. 3 Wochen lang im Winter, immer mal wieder eine Woche während des Jahres und immer am freien Tag, bei Feierabend und am Wochenende.

Ich kann gut Urlaub, ich kann gut abschalten, ich kann gut in den Tag leben, ich kann gut mit mir allein sein, ich kann besonders gut nichts tun.

Ich liebe es zu schreiben, wie man gerade lesen kann auch jetzt in meiner Auszeit. Aber das ist mein Faible und somit keine Verpflichtung, sondern ein Hobby, welches ich sehr liebe.

Ich gucke gerade die neue Version von „Der Doktor und das liebe Vieh.“ Sie steht der alten Version in nichts nach. Herrliche Kulisse, verschmitzte Dialoge, entspannte Handlungsstränge. Einfach schön.

Und für mich persönlich sehr wichtig: ich verplane nicht meine ganzen Tage. Manche Dinge lassen sich nicht anders legen als in den Urlaub (Vorsorgetermine etc.), aber diese sehe ich als kleinen Ausflug und die Wartezimmerzeit nutze ich für ein paar Seiten lesen in meinem aktuellen Buch. Ich nehme mir nichts fest vor, sondern lasse Dinge und Situationen geschehen und ich kann mittlerweile auch sehr gut etwas liegen lassen. Wenn es für mich wichtig ist, werde ich es tun. Dieses Vertrauen in mich selbst war mein längster und schwerster Prozess in meinem Leben, aber dieser Weg hierhin hat sich mehr als gelohnt und ich kann ihn nur jedem empfehlen.

Die Natur, das Leben, die Menschen all das hat so viel zu bieten. Ich bräuchte 100 Leben um alles zu erkunden. Mit diesem Wissen habe ich begonnen nicht mehr perfekt sein zu wollen. Ich bin herrlich unperfekt, aber erfüllt und zufrieden mit meinem bisherigen Weg, welcher noch lange nicht zu Ende ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne und möglichst stressfreie Vorweihnachtszeit.

Mein nächster Blog kommt an Heilig Abend. Ob am Abend, mittags, nachts oder morgens das lass ich auf mich zukommen. Denn dieses Jahr möchte ich euch bewusst mitnehmen auf meine Reise raus aus dem Trauma rein ins Ruhen.

Die stille Zeit in Aufruhr Teil III

In den letzten Tagen und Wochen haben mich die unterschiedlichsten Rückmeldungen auf meine Frage hin „Wie ist es bei euch an Weihnachten? Wie verbringt ihr diese Tage? Habt ihr als Betroffene und/oder Angehörige Tipps und Tricks, wie das Fest gut und harmonisch verlaufen kann?“ erreicht.

Von „Ich möchte darüber nicht nachdenken müssen, weil es jedes Jahr aufs Neue nicht vorhersehbar ist, wie es mir an diesen Tagen ergeht“ bis zu den beiden folgenden Geschichten, welche ich, da ich die Menschen, welche mir ihre Geschichten schicken ja kenne, sehr gefreut hat.

Ein Betroffener erzählt:

Hi Susi,

ich geh am Heiligen Abend – nur einmal im Jahr – mit meiner Mutter in die Kirche. Früher war ich oft in der Heiligen Messe, da ich Ministrant war. Ich bin zwar gläubig, aber das kann man auch ohne Kirche sein. Die Bescherung findet, je nachdem zu welcher Uhrzeit die Kirche stattfindet, entweder vor oder nach dem Gottesdienst statt. Wir schenken uns eigentlich recht wenig. Manchmal habe ich eine Idee, z.B. Konzertkarten. Das ist aber die Ausnahme. Zu essen gibt es an Weihnachten immer eine Gans. Das ist Ritual. Auch meine Erkrankung konnte diesen Weihnachtsritualen nichts anhaben.

Gerty Nuss (Carolin Schürmann) https://www.gertynuss.de/ erzählt:

Liebe Susi, 

seitdem du bei mir den Blogeintrag angefragt hattest, kreisten meine Gedanken und ich tat mich lange schwer einen Schreibansatz zu finden. Bei mir hat sich die Adventszeit noch nicht so richtig eingestellt, ich habe dennoch versucht meine Gefühle und Gedanken dazu in einen Text zu verpacken, der vielleicht anspricht oder auch nicht. 

Aber das fühle ich:  

Wahrhafte GENUSSmomente zur Adventszeit 

by GERTY NUSS 

Alle Jahre wieder das Gleiche.
Jedes Jahr nehmen wir uns vor: Dieses Jahr wird wirklich besinnlich.

Weniger Lametta, mehr Klima. 
Und jedes Jahr kommen trotz aller guten Vorsätze und Bestrebungen verantwortungsvoll handeln zu wollen, neue Hiobsbotschaften, die unsere Besinnlichkeit trüben.

Anne pflegt nebenberuflich seit dem Schlaganfall ihres Mannes.
Holgers Sohn hat die Schule abgebrochen – Gespräche zu Hause gibt es keine mehr.
Sonjas Selbstbestimmung wird von ihrer Familie als lachhafte „Wokeness“ abgetan.

Anne, Holger und Sonja finden nur selten echte Besinnlichkeit.
Kaum Gespräche, keine Unterstützung, dafür viele Meinungen.

Alle Jahre wieder nimmt sich jede:r von ihnen vor: Diesmal weniger Fusel.
Und doch stehen sie irgendwann wieder zusammen auf dem Weihnachtsmarkt.
Ihr kleinster gemeinsamer Nenner, auch wenn sie sich nicht mehr wirklich gut verstehen.

Dort, wo Einsamkeit, Unsicherheit oder Verzweiflung wohnen,
wartet oft kein offenes Ohr mit Verständnis – aber viele Genussmitte mit Rabatten. 

In der kalten und besinnlichen Jahreszeit

schafft Glühwein Nähe, löst Zungen und Nerven.
Anne, Holger und Sonja fühlen sich von jetzt auf gleich gelöster – mit sich, mit anderen, mit der Welt scheinbar im Einklang. 

Alle Jahre wieder: das Blut Christi, gesüßt und verfeinert, an jeder Ecke.

Mit einer warmen Tasse in der Hand und Gesprächen, die sich fließender anfühlen,
glauben wir, den Moment nur so wirklich genießen zu können – ohne Angst, ohne Schuldgefühle, nicht mehr richtig funktionieren und mithalten zu können.  

Auch dieser Genuss ist eine Form von Achtsamkeit, aber: 


Wie bewusst ist ein Genuss, der so leicht verfügbar ist?
Wie wertvoll ist ein Moment, den wir uns nicht selbst schaffen?

Wie besonders ist ein Gespräch, dass wir nur im Rausch erleben können? 

Ein paar Euro, ein paar Schritte, eine Bestellung, ein paar Schlücke – und Hokuspokus: innere Ruhe. Kein Konsum, nur Zuhören, Atmen und positiv denken – innerer Error und volkswirtschaftliches Erdbeben? 

Was wäre, wenn wir uns miteinander bewusst für eine andere Art von Achtsamkeit entscheiden?
Eine, die nichts kostet, außer Zeit füreinander? 
Eine, die Gespräche statt Gläser füllt? 


Unvoreingenommene Nächstenliebe –  das ist die wahre Besinnlichkeit, die wir uns insgeheim ersehnen, aber verlernt haben von Natur aus zu erleben. 

Als ich Susi traf, spürte ich direkt diese natürliche Art zu lieben.  

Sie ist einfach da für all die Annes, Holgers und Sonjas dieser Welt. 

Unvoreingenommen und offen. 

Immer dann, wenn ich zulasse mich selbst zu lieben, komme ich in den Genuss, anderen unvoreingenommen Liebe schenken zu können. 

Danke für unsere Begegnung und unsere gemeinsame Reise. 

In tiefer Verbundenheit, 

Deine Caro

Eine Betroffene und Angehörige erzählt:

Mit diesen Beiträgen würde ich gerne die Reihe Stille in Aufruhr abschließen und mich bei allen, welche mir geschrieben haben für ihre Offenheit und ihre Geschichte bedanken. Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass jeder Einzelne für sich das Weihnachten erlebt, welches er sich für sich selbst wünscht.

Am 01. Dezember 2024 startet mein Online Adventskalender, welcher jedes Jahr aufs Neue von vielen Lesern erwartet wird. Es ist nun schon das 14. Jahr, seit ich begonnen habe die digitale Welt mit etwas Menschlichkeit während der Vorweihnachtszeit zu beglücken. Wir hatten schon die unterschiedlichsten Themen, Sprüche und Fotos. Seid gespannt, was euch dieses Jahr erwartet.

Eure Sue Freund 

Wenn dich die eigene Psyche am Schlawittchen hat

Wer glaubt, dass Menschen, welche anderen gegenüber immer stark und ausgeglichen wirken, keine Schleudertraumas ihrer Seelen erleben, liegt ein klein wenig falsch.

Auch jenen kann es mal so richtig den Splitt unter den Füßen wegziehen. So auch mir. Wissen wir uns zu helfen. Eventuell schon, nämlich dann, wenn wir offen sind für Rituale, Spiritualität, Natur und am wichtigsten wenn wir einsehen, dass da was im Argen ist.

Manchmal übertragen sich Ängste, oder alte, nicht aufgelöste Themen von anderen auf einen selbst, und wenn man es zuerst nicht zuordnen kann, leitet man es weiter. Zu oft an geliebte Menschen, welche überhaupt nicht im Thema sind. Sie können nicht verstehen, was da gerade mit dem Partner, der Partnerin passiert.

Kommt man in solch eine Krise, solch eine Thematik, dann ist es wichtig, dass man darüber spricht, dass man sich Menschen anvertraut, mit denen man sich verbunden fühlt. Es ist wichtig sich zu öffnen. Das darf Religion sein, das dürfen Rituale in der Natur sein, das kann aber auch einfach mal eine Auszeit bei den vertrauten Menschen sein. Ganz egal, Hauptsache man versucht nicht alleine damit klar zu kommen, und ein bisschen Glaube an Energie, Kraft und Liebe, welche in jedem Menschen steckt, kann kleine Wunder geschehen lassen.

Weil auch ich in den letzten Tagen, Wochen ein bisschen in einen Emotionsstrudel geriet, und es zuerst nicht bemerkte, verletzte ich den Menschen, welchen ich am meisten liebe sehr. In mir staute sich ein Thema auf, welche eigentlich gar nicht mein eigenes ist. Ich verlor kurzzeitig die Kontrolle über meine Achtsamkeit und mein in mir selbst ruhen. Ich danke dem Universum, Gott, den Energien, oder wer immer da draußen ist, dass mein Mann so stark war, mich in diesen Tagen und Wochen ausgehalten zu haben. Das war kein Spaziergang. Ich sprang von einer Emotion in die nächste, von einer Schuldzuweisung in die nächste. Ein eigentlich geringe Aufmerksamkeit verdienendes Ereignis brachte das Fass zum überlaufen und die Situation drohte komplett aus dem Ruder zu laufen. Kurz vor der Eskalation besannen sich beide auf den Kern, welcher tief in ihnen seit über 24 Jahren verankert ist, ihre LIEBE. Mit eine Umarmung begann sich langsam die Thematik zu lösen.

Jetzt wollte ich unbedingt handeln. Ich verließ mich ab diesen Zeitpunkt nur noch auf meine Impulse, weil ich von mir selbst weiß, dass ich ein bedingungsloser Optimist bin, wusste ich meine Impulse würden mich wieder zurück zu mir selbst leiten. Ich rief eine mir inzwischen als Seelenmensch verbundene Person an, packte Decken, Isomatte, Tee, Blätter und Stifte in eine Tasche und los ging die wilde Fahrt zu einem meiner Kraftorte.

Heute um 11 Uhr gaben wir ins Navi Wohlmannsgesees ein (Druidenhain). Von der Sonne und glitzernden Schnee begleitet erreichten wir unser Ziel. Schon wenige Minuten nach Ankunft an unserem Sitzplatz konnten wir loslassen und Themen lösten sich auf. Ich weiß, das hört sich strange an, aber glaubt mir es funktioniert. Egal wo euer Kraftort ist, entweder in der Kirche, im Wald, zwischen Felsen, in einem Tempel oder wo auch immer auf diesem wunderschönen Erdball, wenn ihr diesen Ort als für euch etwas Besonderes erkennt, dann beginnt er zu wirken. Garantiert. Auch wenn ihr eure Musik, welche euch inspiriert auf euren Mobilen Telefonen abspielt, geht der Urspirit nicht verloren. Ich z. B. versetze mich immer mit buddhistischen Mönchsgesang in meine Meditation. Wundervolle Kirchenmusik oder einfach Instrumentalmusik ist auch sehr inspirierend.

Und plötzlich bist du da in deinem eigenen Sein, in deiner Mitte, in deiner Klarheit. Knoten lösen sich, Denkblockaden lösen sich, Emotionen lösen sich auf, und wenn du dann anschließend ein auf der ganzen Welt in vielen Religionen und Kulturkreisen stattfindendes Ritual der Verbrennung deiner Themenpunkte oder Verbrennung deiner Verstärkerpunkte zelebrierst, dann fließt da so unfassbar viel Energie, dass du eine Stunde später plötzlich spürst, dass du die Worte auf deine Kärtchen ohne nachzudenken geschrieben hast und dass du diese komplette Stunde frei warst von Grübeln und allen je dagewesenen negativen Emotionen.

Mit dieser Euphorie für die Liebe und die Kraft, welche in uns allen steckt, haben wir heute nach unserem Druidenhain Aufenthalt den Nachhauseweg angetreten. In Waischenfeld im Café am Markt haben wir uns Cappuccino und Kuchen gegönnt und haben noch einen kleinen Stopp in Frankenhaag eingelegt, dem Ort meiner Kindheit.

Der Schluck Wasser aus der St. Rupertkapelle durfte natürlich auf keinen Fall fehlen. Seit meiner Kindheit nehme ich wann immer ich die Gelegenheit habe dort einen Schluck Wasser.

Als wir oben am Berg in Frankenhaag standen, wusste ich all diese bösen und sehr gefährlichen Energien waren weit entfernt von mir aufgelöst worden.

Wir genossen die restliche Autofahrt zurück nach Bayreuth mit lauter Musik und unserem schrägen Mitgrölen. Wir witzelten rum und hätte YouTube unsere Szenerie aufgenommen, wären wir heute viral gegangen . Das Leben ist schön und wenn es mal nicht mehr schön ist, dann gibt es immer einen Weg es wieder schön werden zu lassen. Ich weiß nur zu gut, dass das sich leichter redet als getan. Aber ein Versuch in diese wirklich sehr kraftvollen Energien einzusteigen lohnt sich immer.

Ich nehme euch sehr gerne mit zu Kraftorten in unserer Gegend. Schreibt mir gerne, wenn ihr euch vorstellen könnt, dass euch eine Reinigung eurer negativen und schlechten Energien helfen würde. Falls ihr nicht daran glaubt, dann trotzdem vielen lieben Dank, dass ihr den Beitrag bis hierher gelesen habt.

Ein paar meiner Kraftorte, wo ich loslassen kann und Energie tanken

Salzweiher im Fichtelgebirge

Neubürg bei Wohnsgehaig

Druidenhain bei Wohlmannsgesees

Salamandertal bei Eckersdorf

Meine Kraftlieder, am besten schön laut, allein zuhause, mittanzen

Flieger von Helene Fischer

Euphoria von Doreen

Halo von Beyonce

Happy Ending von Mika

Die stille Zeit in Aufruhr Teil II

Eine Betroffene erzählt:

Weihnachtsstress haben wir schon lange abgelegt. Bei uns gibt es keine Geschenke. Keinen Stress. Vorher am 24. wird morgens unsere „Krücke“ aufgehübscht, angezogen und geschminkt. Es ist der hässlichste Naturbaum, welchen niemand haben wollte, und den man am 24. morgens noch kaufen kann. Oft nur mit ein paar Ästen und ein bisschen kahl, eben wie eine Krücke.

Wir kaufen uns ein Familienspiel und spielen dies zusammen an den Feiertagen. Einmal gehen wir in die Kirche und am 1. Feiertag sind Verwandte bei uns eingeladen zum Gansessen. Das ist der einzige sogenannte Feiertagsstress. Ich finde genügend Zeit zum lesen.

Nach Grau kommt Himmelblau, das Mut-Macher Buch über Depression. Ist echt gut!

Zeit für lange Spaziergänge mit unseren Hunden. Zeit für Mann und Sohn. Ich genieße die Zeit, weil ich noch nicht arbeiten muss.

Was mir Mut macht, wenn mir die Worte fehlen, ist dieser Spruch

„Es gibt zwar unzählige Sprachen aber ein LÄCHELN versteht jeder.“

Ein Betroffener erzählt:

Wir werden unsere Weihnachtstage gemeinsam gestalten und in unserer WG zusammen kochen, essen und aufräumen. Während der ganzen Zeit reden wir miteinander und erzählen uns Geschichten. Ich träume dann auch von meinen Enkeln, die ja immer im Herzen bei mir sind und die ich vorher noch besuchen werde. So brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten, einsam und alleine unserer Traurigkeit ausgeliefert zu sein. Schon jetzt freue ich mich darauf.

Wir backen jetzt schon Lebkuchen und Plätzchen. Und ich als Betroffener spüre dabei gar nicht so die Abhängigkeit vom Medikament und die Zeit als Drogensüchtiger liegt weit hinter mir. Das wünsche ich mir für all die Leidensgenossen, die noch gefangen sind und vielleicht frierend, ohne Geld, irgendwo auf der Straße bettelnd auf das Weihnachtsfest zutorgeln.

Wenn wir unsere Energie, die wir für Vergangenes, für Verlust und Versagen, für Verletzungen, Angst, Misstrauen und Zorn aufwenden; Wenn wir diese Kraft liebevoll für und in uns selbst investieren, dann ist schon mal viel Energie aus der „Negativ Spirale“ raus und die Fata Morgana “ Weihnachtsblues“ verschwindet genauso flux. So wie eben eine Lichtspiegelung nur durch das Spiel von Irrlicht, Schatten, Luft und der eigenen Phantasie ins Nichts verpufft.

Wir sind hier und jetzt sicher, geborgen und inmitten unserer Freund zuhause gut aufgehoben. Genau das haben wir uns auch verdient. In Dankbarkeit weihen wir diese Zeit unserer Heilung. Wir feiern und genießen unserer leckeres Essen. Ein Fest der Freude, Liebe, Wärme und Freiheit in Friede und Wohlbefinden.

Danke dir lieber Michl für diese sehr berührenden Worte. Ich wünsche dir in deiner WG eine wundervolle Weihnachtszeit.

Ein Betroffener erzählt:

Servus, ich bin R. und Alkoholiker. Ich danke Gott für 24 trockene Stunden. Dass ich wieder trocken wurde, verdanke ich vielen Menschen und Einrichtungen. Meine Maxime ist: „Lass das erste Glas stehen.“ Ich denke, ohne Hilfe von außen wird man es nicht schaffen. Ich habe es geschafft und ich bin allen dankbar, die mich dabei unterstützt haben. Das war sicherlich nicht einfach. Aber man stelle sich vor: „Nur für heute, nur für 24 Stunden trinke ich keinen Alkohol.“ Es funktioniert aber nur dann, wenn du den Willen und die Kraft aufbringst es zu vollziehen. Weihnachten steht vor der Türe. Ich genieße das Fest mit Familie und Freunden. Aber dazu brauche ich keinen Alkohol mehr. Denke daran, ein Leben ohne Alkohol kann so schön sein. Du hast keinen Zwang mehr deine Sucht zu leben. Probier es einfach aus. Leben wird wieder lebenswert. Sicher!

Heute haben Betroffene gesprochen. Ihre Worte berühren mich sehr, da ich sie alle persönlich kenne und so sehr in mein Herz geschlossen habe, weil sie einfach wundervolle und unfassbar wertvolle Menschen sind. Sie alle haben ein riesengroßes Herz am richtigen Fleck.

Dazu fällt mir gerade unser Walk & Talk ein, welcher eigentlich einst als einmaliges Event geplant war. Es war ein Aktionstag im Mai 2023. Dann hatte die SEKO Bayern die Idee im Herbst den Walk & Talk ins Leben zu rufen. Für uns hier in Bayreuth war schnell klar. Wir bleiben dabei. Wir hatten so viele wunderschöne Erlebnisse seit nun mehr über einem Jahr. Wir sind bei Wind, Regen und in knalliger Hitze losgewalkt und wurden dabei nie müde zu talken. Anschließend hat es sich etabliert, dass wir noch für ein Stündchen gemütlich zusammensitzen. Es läuft mit wer Lust und Laune hat. So hat sich ein buntes Grüppchen aus meist 12 bis 17 Personen gebildet. Manchmal kommen einfach nur Interessierte, welche durch die Medien davon erfahren hatten, dazu. Manchmal laufen Patienten mit, und oft einfach aus den unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen je 3 bis 5 Teilnehmer. Wir von der Angehörigengruppe sowie unsere Alex von der Selbsthilfeunterstützungsstelle sind fester Bestandteil des Walk & Talks. Nächsten Mittwoch findet er für dieses Jahr zum letzten Mal statt bevor wir in die Weihnachtspause bis Januar gehen. Jeder, welcher Lust hat ist herzlich eingeladen. Für mehr Details schreibt mir einfach.

Für mich persönlich ist diese Zeit des Jahres die schwerste und zugleich auch die schönste Zeit. Ich liebe das Lichtermeer, Lebkuchen, Kitschfilme, Weihnachtsmusik und all die Gerüche von Zimt, Sternanis, Vanille und viel mehr. Und obwohl ich zu dieser Zeit einer der einsamsten Menschen in meinem Umfeld bin, bleib ich ganz fest bei mir und lass mich niemals brechen oder entmutigen, stets für all die Menschen da zu sein, welche es sich wünschen, dass ihnen jemand einfach zuhört, versucht zu verstehen und euch alle genau so nimmt wie ihr alle seid. Jeder auf seine Art etwas ganz Besonderes. Ich werde an meinem Weihnachtstraum festhalten und wenn ich weiterhin ganz fest daran glaube, dann wird er sich auch irgendwann erfüllen. Ich bin da, wenn es soweit ist.

Wir lesen uns beim Teil 3.