Hand Clap/Schulter Clap zwei junger Männer in der Regensburger Altstadt (Samstag Nachmittag) der eine zum andern: du musst so leben wie ich! Überall Binis, kein Geld und Schulden, der andere: wie Schulden? Antwort vom Mann mit den Binis: naja halt Schulden. Ich glaub so 12.000 Euro. Alles gechillt.
Wir spulen mal kurz auf Anfang. Gestern hatte ich mal wieder eine der besten Tagungen/Netzwerktreffen, welche man sich in seinem Job wünschen kann. Es gibt wirklich viele Verbände, welche bestimmt alle ihre Daseinsberechtigung haben, aber es kommt doch immer auch ein bisschen auf die Leitung an. Der Landesverband ApK Bayern gehört definitiv zu den Verbänden mit Herzensmenschen im Vorsitz. Ich bin sehr gerne ein Mitglied davon. Auch gestern konnten an einem einzigen Tag in wenigen Stunden viele wertvolle Punkte bearbeitet werden. Impulse werden gesetzt und es ist immer wieder ein sehr empathisches und menschliches Miteinander. Danke dafür lieber Lapk- Bayern. https://www.lapk-bayern.de/
Wann immer ich die Möglichkeit habe, hänge ich an meine Dienstreisen noch 1 bis 2 Tage dran. So auch jetzt. Das Leben ist endlich und somit will es gelebt werden. Dieses Mal habe ich als Bleibe kein AirBnB ausgewählt sondern ein kleines schnuckeliges Hotel in der Altstadt von Regensburg. Ich wage zu behaupten, dass ich das kleinste Zimmer des Hotels bekommen habe, und da das Gebäude der Altstadt entsprechend auch ALT ist, birgt es auch diesen urigen Charme. Das Frühstück war wirklich sehr gut. Für mich ist es immer enorm wichtig Alternativen zu diesen BRÖTCHEN (welche die Welt um mich rum so liebt) zu bekommen. Denn für mich stehen diese mit Luft gefüllten Wurfgeschosse mittlerweile auf der Beliebtheitsskala für Frühstücksunterlagen ganz weit unten. Die Auswahl war super. Hummus, Rote Bete Aufstrich, Frischcremes, Joghurt, Eier in sämtlichen Varianten, viel frisches Gemüse und Obst und Wasser zusätzlich zu diesen überzuckerten Vitamin- und Orangensäften. Kaffee aus dem Automaten ist mittlerweile überall präsent. Das ist aber ok, für so mal zwischendurch. Besonders schön empfand ich es aber mein Frühstück direkt am Fenster mit dem Blick nach draußen zu genießen. Ich ließ mir auch wirklich 90 Minuten Zeit dafür. Das tat verdammt gut und war ein perfekter Start in den Tag.
Ich hab prima geschlafen im kleinsten Zimmer der Welt und nach dem Frühstück heute morgen hab ich mich mal aufgemacht in die kleinen Gassen bis zum Regensburger Dom. Und ja es gibt sie auch hier und zwar noch viel geballter und zusätzlich zu unserer Bayreuther Variante noch ein klein bisschen aggressiver. Die großen Männer mit den kleinen Hunden, die Mamis mit den Doppelgänger Minimis, die bös dreinschauenden Paare, Familien und Kleingruppen. Aber hier in Regensburg kam noch eine mir bisher fremde Spezies dazu. Die Schicken. Diese Markenjunkies, welche in einer Kopfsteinpflastergasse den Porsche aufheulen lassen und dann mit 80 durch die enge Gasse bis zur Garage brettern. Die Ladies und Gentlemen, welche dich nicht sehen, weil du klein, dick und nicht edel genug gekleidet bist. Sie schieben dich einfach auf Seite, als wenn du unsichtbar wärst. Aber nicht in einer edlen kleinen Boutique, nein mitten im Gewühl von TK Maxx, da wo ALLE Gesellschaftsschichten ihre Konsumbedürfnisse stillen können.
Ich hatte mal wieder so ganz meine eigene Vorstellung von einem Samstag im November in Regensburg. Ich dachte ich mach erst mal ne Stippvisite zum Dom und dann auf dem Rückweg schlendere ich ganz gemütlich mal durch den TK Maxx. Aus ganz gemütlich wurde kurz rein und ganz schnell wieder raus, weil einfach viel zu voll mit wirklich sehr gestressten Menschen in diese (ihr wisst das ja aus meinem ersten Beitrag) riesigen Schals gehüllt.
Im Dom war auch nicht an für ne gute Weile Innehalten zu denken. Schneller als ich mich versah war auch da eine große Menschentraube, welche sich direkt vor mich drängte um nur schnell genug alles erkunden zu können.
So machte ich mich an den Rückweg. Hielt kurz bei DM an um eine kleine Minilichterkette, ein paar Kerzen und 3 Flaschen Wasser für mein Minihotelzimmer zu erwerben. Ich hatte mir nämlich fest vorgenommen es mir dort für heute bis morgen gemütlich zu machen. Und kurz vor meinem Hotel dann die Begegnung mit den beiden jungen Männern mit der Kommunikation meines Einleitungssatzes. Ich muss dazu sagen, dass ich mir ein paar Minuten vor dieser Begegnung bei einer kleinen Rast auf einer Bank den Facebook Beitrag von Radio Mainwelle über die Klimaschutzdemonstration gestern in Bayreuth durchlas. Besser gesagt die Kommentare unter dem Bericht. Ich möchte euch wirklich ein paar dieser geschriebenen Worte nicht vorenthalten. Noch dazu, weil stets davon die Rede war, diese wirklich sehr friedlich demonstrierenden Familien, welche keiner Seele etwas zu Leide tun würden und einfach nur eine Zukunft für Ihre Kinder möchten, bei uns einliefern zu wollen. Man beachte auch diese für mich persönlich mittlerweile nahezu unerträglichen Lachsmileys, welche da immer noch zusätzlich gesetzt werden. Wenn ich ab und an ganz viel Zeit und Muse habe, gehe ich immer auf die Profile und versuche ein Muster zu erkennen. Und das gibt es wirklich. Es besteht aus Katzen, Motorrad, schnellen Autos, und Blumen Profilbildern. Aber wenn man ganz genau guckt, findet man auch die wirklichen Gesichter zu den Kommentaren. Ich bin mir sicher, man begegnet sich mal irgendwo im Leben. (Lachsmiley)




Gott sei Dank bin ich mittlerweile über die Phase hinweg mit solch netten Menschen, welche solche primitiven Kommentare abgeben, in die Konfrontation zu gehen, denn das bringt wirklich überhaupt nichts. Sie möchten bestimmte Aspekte und Fakten einfach nicht verstehen.
Meine lieben Leser, mit Sicherheit gibt es aktuell viele Gründe ängstlich zu sein, Zweifel zu hegen, Einwände bei bestimmten Themen zu haben; Aber es gibt definitiv keinen Grund dafür Menschen einweisen zu wollen, welche friedlich für Klimaschutz auf die Straße gehen.
Und deshalb fand ich es so spektakulär unterhaltsam wenige Minuten später die Unterhaltung dieser beiden jungen Männer mitzubekommen. Sie waren beide sehr gepflegt, attraktiv und so um die 26. Der Kontrast zwischen beiden Szenarien hätte nicht unterschiedlicher sein können.
Ja genau das möchte ich damit sagen. Wir sind eine Welt voller Vielfalt, Individuen, und zuerst einmal sollte man immer das Gute in einem Menschen, sehen, wenn man ihm das erste Mal begegnet. Das hilft einem enorm selbst mit sich im Frieden zu bleiben. Jeder von uns trägt seinen Rucksack, jeder von uns hat sie die Supertage und die Shittage. Jeder von uns ist mal krank und mal gesund. Jeder von uns spricht mal mit Engelszungen und mal mit Schlangenmund. Jeder von uns ist manchmal traurig und manchmal fröhlich. Jeder von uns ist oft mal gut und manchmal schlecht.
Drum überlegt es euch bitte sehr gut, wann ihr euch wie zu was äußert. Wie ihr über andere denkt und sprecht. Was ihr fühlt, wenn ihr Situationen und Menschen begegnet, welche vielleicht einfach nur anders sind als ihr, aber definitiv nicht schlechter.
Abschließend zurück zu meiner Tagung, wo alle Angehörigen aufeinandertreffen, welche sich als Gruppenbegleiter/-leiter, und/oder Verbandsleiter engagieren. Sie alle sind in erster Linie Angehörige von Menschen mit psychischer Erkrankung. Und wir alle kämpfen GEGEN Stigmatisierung, gegen Ausgrenzung und Bewertung. Es gibt sie schlichtweg nicht die Angehörige von guten Kranken und schlechten Kranken. Alle Menschen, egal unter welcher Erkrankungen sie leiden, sind in erster Linie Menschen wie du und ich. Menschen mit guten und schlechten Tagen, Menschen mit Herz und Seele. Vergesst das bitte NIE!!!
Ich wünsche all diesen wunderbaren Menschen, welche tagtäglich mit der Erkrankung ihrer Angehörigen zu kämpfen haben weiterhin die Kraft und Energie, welche sie benötigen um auch genügend auf sich selbst zu achten und sich nicht zu verlieren. Ich wünsche all den Betroffenen die Kraft sich helfen zu lassen, und zu lernen mit der Erkrankung auch ein wertvolles und erfülltes Leben leben zu können.
