Überdosierung Leben. Bitte beachten Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren …….
Ich saß in den letzten Wochen oft vor der Tastatur mit dem Ziel einen neuen Beitrag zu verfassen und immer wenn ich die ersten Sätze hatte, ereignete sich etwas neues, welches ich als erwähnenswert empfand. Schon bald spürte auch ich bei mir kurzzeitig dieses „Overdose“.
In vielen Gesprächen beruflich wie privat und auch bei Freizeitaktivitäten und Gruppentreffen bekam ich zunehmend öfter einen sehr, sagen wir es mal so, keinen Widerspruch duldenden Blick, wenn ich im Thema den Versuch startete von meinem Gegenüber etwas Sortierung, Entschleunigung, Bewusstsein und Achtsamkeit zu erbitten.
Ich habe in meinen Beiträgen hier und auf Reinheit deiner Seele schon sehr oft über die Thematik Senden und Empfangen geschrieben. Sehr oft erlebe ich den Fakt, dass der Mensch in einem Dilemma von nicht mehr zuhören und aufnehmen, aber einem unstillbarem Bedürfnis des Sendens und Loswerdens gefangen ist.
Aktuell ist das ÜBERALL extrem spürbar. Dieses Overdose Phänomen macht nicht Stopp vor Meetings, Gesprächen, Unterhaltungen, Begegnungen im Supermarkt und dem Austausch zwischen den Liebsten. Wir alle erhalten täglich so viel Input an Daten, Worten, Links und Tipps. Das möchte verarbeitet und weitergeleitet werden. Nur sehr selten können wir es bei uns im Kopf und in der Seele so stehen lassen. Einfach da lassen. Wir sind getrieben wirklich alles weiterzuleiten, zu vermitteln und zwar meist ungefiltert.
In den letzten Monaten begegneten mir immer öfter Sätze, welche eine bescheidene Länge von 3 Minuten intus haben. Oft ist es so, das am Schluss des Satzes der Beginn bereits in Vergessenheit geraten war.
Wirklich alles in unserem Leben hängt aktuell an der Wäscheleine, also auf dem Präsentierteller unserer Datenverarbeitung in unseren Köpfen. Unser Berufsleben, unser Privatleben, unsere Gefühle, unser Verstand, unser Umfeld. Es kann nicht trocknen, da es zu eng gedrängt aneinandergeschoben wird.
Wir steuern zunehmend und in rasender Lichtgeschwindigkeit in Richtung Hardliner Denken in Bezug auf Liebe/Gefühle/Bewusstsein/sinnerfülltes Leben. Meine Bitte: bitte aussteigen an der nächsten Haltestelle um der Seele und dem Kopf eine Pause zu schenken. Wie? 3 wertvolle Tipps folgen am Ende des Beitrags.
Hardliner in Sachen Liebe
Partnerschaften werden disziplinär und sachlich aufgedröselt. Auf Inhalt überprüft. Nach Schaden Nutzen Prinzip abgewägt. Nach Jahren leben in Autopilotschaltung wird einem scheinbar plötzlich bewusst, welch fürchterliches Wesen von Mensch man da neben sich liegen hat. Ich schreibe das bewusst etwas provokativ, weil ich weiß, dass man dann beginnt eigene davor gesagte Worte zu überdenken.
In einem Gespräch mit einer alten Bekannten, welcher ich beim Einkaufen begegnete, und von jener ich auch die „naja geht so“ Partnerschaft vermittelt bekam, fragte ich nach den schönen Gefühlen und Erinnerungen. Ernten durfte ich wieder diesen keinen Widerspruch duldenden Blick. Man möchte sich nicht erinnern, denn all das Negative, das Toxische, das Schädliche, das Böse hat den kompletten Raum im Kopf und im Herzen angenommen. Ist auch völlig legitim, wenn es wirklich ein herzloser Mensch ist, welchen wir da neben uns sitzen haben. Diesen Menschen haben wir aber irgendwann einmal geliebt, für ihn geschwärmt ihn vergöttert oder bewundert. Dann nahm uns das in Lichtgeschwindigkeit vorbeirasendes Alltagsleben in seinen Besitz.
Und nun Jahre später sitzen wir neben unseren Kindern, unserem Partner, unseren Verwandten, unseren Eltern, Großeltern, Nachbarn, Freunden, Bekannten, Therapeuten, Lehrern und empfinden jenen Personen gegenüber oft abgrundtiefe Ablehnung, Ängste, Wut, Hilflosigkeit, Trauer und all die negativen Gefühle, welche täglich in unserem inneren Kosmos kreisen.
Ich werde sehr oft gefragt, warum ich immer so positiv bin, warum ich das alles so gut handhabe. Ich kann das ganz einfach beantworten.
WEIL ich unfassbar gerne lebe und nichts und niemand auf der Welt mir das nehmen kann.
WEIL ich weiß, dass ich nur die Liebe bekomme, welche ich mir wünsche, wenn ich auch selbst in der Lage bin sie zu geben.
WEIL ich weiß, dass ich mit meiner reinen Seele und meiner Menschlichkeit vielen Menschen Hilfe, Unterstützung und positive Impulse geben kann, welche auch ihr Leben wieder wunderbar machen kann. JEDER kann das. Nicht nur ich. Ich bin nur ein kleines bescheidenes Rädchen in einem großen Uhrenwerk.
WEIL ich die Erfahrung in den letzten 14Jahren gesammelt habe, dass es wirklich so ist. Ich bin seit 2012 in der Selbsthilfe unterwegs. Ich habe viele Menschen in wirklich verzweifelten Situationen erlebt. Wenn ich heute jemandem begegne, welcher sagt, dass er/sie sich nicht vorstellen kann irgendwann wieder Freude zu fühlen oder eine bessere Lebenssituation vorzufinden, dann sage ich immer, dass ich davon überzeugt bin, dass wir in einem Jahr mit einem Lächeln zurückblicken, weil es ihr/ihm dann wieder viel besser gehen wird. Stellvertretende Hoffnung nennt man das in Fachkreisen. Natürlich kann es Rückschläge, Krisen oder weitere akute Phasen geben, aber auch die werden vorüber gehen und wir werden vorbereitet sein, wenn sie kommen.
Ein mir sehr verbundener Psychologe hat diese Worte benutzt und seither liebe ich die Bedeutung hinter STELLVERTRETENDE HOFFNUNG. Ich versuche sie täglich mit Inhalt zu füllen.
Ich selbst kann mittlerweile gut filtern, kann sortieren und muss nicht für alles einen Empfänger haben. Und ich sage IMMER, wenn ich das lernen konnte kann das wirklich JEDER. Denn ich bin auch nur ein ganz normaler und ab und an ein klein wenig durchgeknallter Erdenbürger.
Hardliner in Sachen Gefühlen
Wir zerhacken unsere Gefühlswelt in 1000 kleinste Teile. Menschen welche mit den Tränen und der Gefühlswelt der anderen nur schlecht umgehen können, nötigen sich selbst zu Härte und Pokerface.
Andere Menschen wiederum erklären und entschuldigen jede Träne. Dies geschieht auch oft aus der Erfahrung des keinen Widerstand duldenden Blicks heraus.
Ich kann nicht aufzählen wie oft ich aus allen Richtungen die Thematik bespiele, welche Leiden, Erkrankungen und Symptomatik auf Grund der Hilflosigkeit gegenüber des Blicks nach sich ziehen.
Wir können Reaktionen nicht im Moment und in der Situation belassen. Wir tragen sie mit fort und behalten sie ganz fest in unserem Alltag um sie bei jeder Gelegenheit wieder vorbringen zu können. Wir betten Reaktionen in aufwendig ausgeschmückte Erinnerungsareale. Sie nehmen den Raum für schöne alltägliche Impulse.
Wollen wir wirklich raus aus unseren Traumata? Ja ich glaube das wollen alle, nur stellt sich die Frage, ob der Weg, den viele beschreiten nicht oft kontraproduktiv für das eigene Lebensziel ist.
Wenn eine Familie keinen Schutz, kein Verständnis, keine Akzeptanz für das eigene Sein aufbringt, macht es wenig Sinn die ganze Energie in genau diese Richtung zu investieren. Familie ist kein Punkt im Leben, den man sich bewusst aussucht und formen kann. Sie ist gut zu dir oder eben nicht. Oft erklärt man mir, dass es wichtig war die eigenen Gefühle den Familienmitgliedern entgegenzudonnern, weil man das Empfinden hat, dass man ein Recht darauf hat. Lasst euch diesen Zusammenhang mal in eurem Kopf klar werden. Recht und Gefühl.
Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: wenn ihr selbst positiv fühlen, leben und lieben wollt, macht es ganz wenig bis gar keinen Sinn innere Wut (weil Ungerecht behandelt, gedemütigt oder verletzt) gegen den Verursacher zu richten. Entzieht der Person eure Aufmerksamkeit und eure Präsenz. Konzentriert euch auf eure positiven inneren Bedürfnisse und Wünsche. Tauscht euch mit Menschen aus, welchen es ähnlich ergangen ist und setzt euch auf die Warteliste für eine Therapie. Oft lässt euch nur der Entzug eurer Präsenz wirklich heilen. Alles andere schickt euch meist ins Teufelsrad der toxischen Gefühlswelt, welches sich immer und immer wieder an den negativen Gefühlen und Handlungen bedient.
Hardliner in Sachen Bewusstsein
Bei unserem Projekt Generationen im Dialog ist das Wort Bewusstsein und Achtsamkeit meist eine Waffe der jüngeren Generation gegenüber der älteren Generation.
Während U40 oft den Mut aufbringen kann von der Angst in das Gefühl des bewusst fühlen, bewusst sprechen, bewusst handeln zu gehen, kommt von der Generation Ü40 oft der keinen Widerspruch duldende Blick. Da möchte man nichts bewusst oder achtsam tun, da möchte oder kann man nur fordern, bestimmen, feststellen, als Fakt bezeichnen und anordnen.
Warum? Weil man das ein Leben lang so gemacht und somit manifestiert hat. Völlig unbewusst, sondern nur aus der Verpflichtung heraus, dass es einzig und allein diesen Lebensweg gibt.
Man hat komplett vergessen, oder nie bewusst gelernt dass Wörter wie
FAUL (ihr wollt doch alle nix mehr arbeiten/früher haben wir noch richtig angepackt)
HEULSUSE (stell dich nicht so an, wir hatten es viel schwerer/du hast doch gar keinen Grund, dir geht es doch gut)
oder all die anderen Hardliner Wörter einen Menschen treffen und in seinem/ihren Grundfesten erschüttern können.
Mit mehr Bewusstsein und Achtsamkeit nimmt man das Gegenüber nicht als Selbstverständlich und überdenkt die ein oder andere Wortwahl.
Ich frage mich oft (mich selbst mit einbezogen) warum wir alle viel zu oft eine viel zu harte Art und Weise an den Tag legen, wenn es darum geht bestimmte Themen zu kommunizieren.
Ich empfehle immer die Rollenspieltechnik um auch mal dem inneren angestauten Wortfeuer ein Ventil zu bieten. Wenn ihr z.B. Spieleabende mit Freunden zelebriert. Geht da mal her und haut euch in Schmunzelmanier die ein oder anderen Wörter um die Ohren, das tut gut, bringt alle zum lachen und keiner fühlt sich verletzt. Oder in euren Gruppen: da gibt es vielleicht den ein oder anderen Teilnehmer, mit welchen ihr besonders gut könnt. Zögert nicht euch auch mal ein bisschen provokant auszutauschen (immer vorausgesetzt, dass beide dies befürworten und es als befreiend empfinden).
Hardliner in Sachen sinnerfülltes Leben
Wann beginnt man sich darüber bewusst zu werden, dass man ein sinnerfülltes Leben führt. Viel zu oft überhaupt nicht.
Viele Menschen leben ein Leben im Autopilotmodus. Ich liebe Sätze, welche mir oft in meinem Leben schon begegnet sind, wie z. B.
der Mensch ist ein Gewohnheitstier
das macht „man“ nicht
Ich habe kein Problem damit, aber……
Die Person X weiß gar nicht was sie uns/mir antut
Immer und immer wieder lebt der Mensch oft nicht sein eigenes Leben sondern das der anderen. Zumindest versucht er dies zu beeinflussen. Da kommen dann sehr oft Äußerungen wie: “ das macht doch keinen Sinn, wie sie das handhaben“. Macht es denn Sinn, dass man selbst zu 70% des Tages seine Gedanken bei anderen Menschen anstatt beim eigenen Ich hat? Worin besteht der eigene Lebenssinn? Diese Antwort bleiben die meisten Menschen schuldig.
Es fällt zunehmend schwerer Unterhaltungen weg vom Reden über andere hin zu Gesprächsinhalten über das eigene Ich zu führen. Was schenkt uns selbst Sinn? Das Leben, die Natur, unsere Mutter Erde schenkt uns täglich 1000 kleine Zeichen von Anmut, Schönheit, Duft und Farben. Bitte entwickelt doch den Wunsch dies wieder fühlen, sehen und schnuppern zu können. Und nicht nur für Sekunden um ein Foto zu machen, sondern um es in unserem Herzen zu manifestieren und mit all unseren Sinnen wahrzunehmen und zu behalten.
Ich wünsche mir, dass man viel mehr Minuten des Tages mit positiven und achtsam wahrgenommenen Momenten verbringt als mit Gedanken über ANDERE, welche das meist überhaupt nicht möchten, dass man sich so sehr mit ihnen beschäftigt. Was zu euch kommen möchte, wird zu euch kommen, und zwar dann wenn ihr Offenheit, Liebe und Freundlichkeit ausstrahlt.
TIPP 1 Schafft man es sein Handy für nur einen einzigen ganzen Tag nicht zu benutzen und auch keinen TV und keine Musik zu konsumieren? Nur ein einziger Tag und zwar bewusst nicht weil es sich zufällig gerade ergeben hat. Wenn man das schafft und dann diesen Tag nur einmal im Monat bewusst wiederholt, hat man einen großen Schritt Richtung Bewusstsein, Achtsamkeit und Stille genießen im Hier und Jetzt geschafft.
Tipp 2 der Mensch neigt dazu sich selbst auszutricksen indem er sich sagt, dass er immer etwas abschließen muss um etwas neues zu beginnen. Oft ist aber ein sofortiger Abschluss nicht möglich und somit verharrt man im Vakuum dazwischen. Nutzt die Zeit in Tipp 1 um euch bewusst zu machen, dass beides parallel möglich ist. Während ihr im abschließen seid, könnt ihr bereits etwas Neues planen. Fließende Übergänge sind möglich.
Tipp 3 Schenkt euch selbst jeden Tag einen positiven Moment/Minute/Stunde mit Kleinigkeiten, welche sonst nur unbewusst abgehandelt werden. Seid es euch selbst wert ohne Publikum und Applaus und Erwartungen von und an andere.
Eure Sue Freund
